«Neuigkeiten aus der Agentur»

„Krimitage Saar“ – das Krimifestival von 23. Oktober bis 8. November 2015

Im Quartier Mainzer Straße geht es ab Ende Oktober mehr als zwei Wochen lang „kriminell“ zu. Bei den 3. Krimitagen Saar warten mysteriöse Standrundgänge, musikalische Morde, Lesungen zwischen Artefakten und Särgen, und natürlich jede Menge Krimi, zum Frühstück, zum Tee und zum Dinner.

Die Krimitage starten am 23. Oktober mit einer Lesung aus der SR- Krimianthologie „Der Letzte bläst die Kerzen aus“, musikalisch umrahmt von Gerd Heger. Mehr Musik mit Monsieur Chanson gibt es in seiner Chansonplauderei über „Die schönsten Morde der Chansongeschichte“.

Wer sich traut, die mysteriösen Abgründe von Saarbrücken zu erforschen, folgt auf der „Mystery-Tour“ durch die dunkelsten Ecken der Innenstadt den Spuren eines geheimnisvollen Mörders. Gruselige Geschichten und Gänsehaut sind garantiert, diese Tour durch die düstere Stadt ist nichts für ängstliche Gemüter!

Gruselig wird es auch bei Isabella Archans szenischer Lesung aus ihrem zweiten Krimi „Marie spiegelt sich“, in der atmosphärischen Umgebung des Bestattungsinstituts Pietät von Rüden. In einer weiteren Lesung aus dem brandneuen Werk „Die Baker Street Artefakte“ geht es um einige kuriose Fundstücke aus der Sammlung des Globetrotters Heinz ROX-Schulz, zu denen verschiedene Phantastik-Autoren faszinierende Geschichten ersonnen haben. Und wer sich traut, kann in einer nächtlichen Lesung eine ganz besondere „Verlorene Stunde“ erleben, nach der die Zeit zurückgestellt wird, als wäre nie etwas geschehen.

Die eigens für die Krimitage konzipierte Entdeckungstour „Morde, Mondschein, Gaumenkitzel“ bietet eine ungewöhnliche Zeitreise durch die Stadt mit kulinarischem Höhepunkt im Domicil Leidinger.  Auf der Tour von der Ludwigskirche über Schloss und Altstadt gibt es viele, teils unbekannten Details zur Geschichte des Barock in Saarbrücken zu entdecken. Im Domicil Leidinger wartet die Kammerzofe Henriette mit barocken Tafelfreuden und skurrilen Giftmordgeschichten aus Nassau-Saarbrücken.

Das Filmhaus zeigt den Klassiker „M – eine Stadt sucht einen Mörder“, eine der ersten deutschen Tonfilmproduktionen und laut Deutscher Kinemathek das „wichtigste Werk der deutschen Filmgeschichte“. Außerdem läuft Tetsuya Nakashimas bildgewaltiger und provokativer Thriller „The World of Kanako“.

Krimis werden außerdem zu jeder Mahlzeit serviert: als Kurzgeschichten beim Krimifrühstück oder zur Teatime mit „Tee, Tod und Törtchen“ in der Baker Street, in einer Dinnerlesung oder bei einem Criminal Dinner rund um Inspektor Watson oder Don Corleone. Und wer gerne selbst einen Krimi schreiben möchte, kann sich im Vortrag von Apotheker Patrik Roether über die Welt der Gifte informieren.

Zum Ausklang der Krimitage 2015 wird im Watson’s Club der Baker Street am Sonntagabend der neue Münster-Tatort „Schwanensee“ gezeigt.

Alle Infos zu den “Krimitagen Saar”, das komplette Programm und Tickets gibt es hier: www.krimitage-saar.de

Tickets sind auch telefonisch bestellbar unter 0681 7094195

Die „Krimitage Saar“ sind eine Veranstaltung der Agentur Erlebnisraum in Zusammenarbeit mit dem Domicil Leidinger, dem Filmhaus Saarbrücken und dem Conte Verlag in Kooperation mit der IG Quartier Mainzer Straße.

 

Neue Termine für den Kriminalmagischen Salon

Endlich haben wir neue Termine für den bisher ausverkauften Kriminalmagischen Salon von Kalibo in der Baker Street online.

Nach dem durchschlagenden Erfolg der ersten Veranstaltungen freuen wir uns nun drei Zusatztermine anbieten zu können.

Karten für das Event gibt es online in unserem Ticketshop.

Endlich meine Island Fotos…

Nachdem ich im November mit Theo dank unserer Partner Iceland Air und Snaeland einen 7 Tagestripp nach Island machen durfte (den Blog dazu findet ihr hier) habe ich vor endlich meine unglaubliche Menge an Fotos zu sortieren und Euch zeigen zu können.

Wie manche von Euch wissen kam mir die Eröffnung unseres Criminal Tearooms & Pub, der Baker Street dazwischen.

Heute hatte ich nun nach mehr als einem halben Jahr endlich die Gelegenheit damit zu beginnen. Nun sitze ich seit Stunden am Rechner, höre Sigur Ros und schwelge in Erinnerungen an die winterliche Vulkaninsel.

Hier hab ich eine kleine Auswahl des heutigen Tagwerks in niedriger Auflösung für euch zusammen gesucht. Das gesamte Ergebnis könnt ihr, wenn ich fertig bin, in meinem Fotoblog www.julian.blomann.net besichtigen.

Kleine Anmerkung noch zur neuen Sigur Ros CD mit Namen „Kveikur“; die ist auch richtig gut!

Abenteuer Island – Tag 3, Stadterkundungen und Füße hochlegen

Heute morgen hatten wir etwas länger geschlafen, da wir am Abend vorher etwas Festival Luft geschnuppert und dabei auch das ein oder andere Bier genossen hatten.
Wie ja schon mitgeteilt mussten wir heute umziehen und so packten wir nach einem ausgiebigen und guten Frühstück unsere Sachen zusammen und nahmen ein Taxi zu unserer neuen Bleibe einem Apartmenthaus mitten in der City. Nicht nur dass wir großes Glück hatten aufgrund des Festivals überhaupt noch eine Übernachtungsmöglichkeit zu bekommen, wir haben sogar eine ideale Bleibe gefunden.

Nachdem wir eingezogen waren machten wir uns auf den Weg Reykjavik zu Fuß zu erkunden. Des Wetter war ziemlich windig und kalt, trotzdem machte es Spaß sich die Stadt zu „erlaufen“ ich finde, dass man nur so ein Gefühl für eine Stadt bekommt.
Auf dem Weg holten wir auch gerade unsere Konzertkarten für das Sigur Rós Konzert morgen abend ab.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit schreiben, Fotos sortieren und recherchieren was wir die nächsten Tage über tun würden. Dabei stellten wir leider fest, dass aufgrund des Winters alle interessanten F-Straßen, also die Straßen für die man einen 4×4 braucht, geschlossen sind und uns wohl nichts anderes übrig bleiben wird als auf der Ringstraße zu bleiben.

Diese Erkenntnis werden wir uns morgen noch in der Tourismus Information bestätigen lassen. Vlt. haben die ja noch einen Tipp für uns.

Nach einem kurzen Absacker in der City gingen wir früh zu Bett um für den morgigen Whale Watching Ausflug mit Elding fit zu sein.

Dingle Way – Der letzte Abend, Irish Storytelling

Abends waren wieder im Grapevine Hostel. Nach einer erholsamen und erfrischenden Dusche zogen wir los um im Dingle Diner etwas zu essen. Wie schon fast üblich hatten wir alle Burger und sie waren grandios! Eine uneingeschränkte Empfehlung wert.
Danach gingen wir wieder zu Dick Macks um unseren Abschied von der grünen Insel angemessen zu begehen. Wir waren alle ziemlich gerädert und wollten schnell wieder ins Hostel und die Füße hoch legen. Dort warteten gemütlche Couches und ein offener Kamin. Vor allem hätten wir unsere total durchnässten Schuhe ausziehen können, zwar hatten wir uns Mülltüten über die Socken gezogen um wenigsten trockene Füße zu haben, aber wirklich angenehm war diese Lösung natürlich nicht.
Aber, ersten kommt es anderns und zweitens als man denkt…

Wir betraten den Pub und alles machte den Anschein als würde es ein öder Abend werden. Nur wenige Menschen waren im Laden und keinerlei Musik lief, noch nicht einmal vom Band.
Wir tranken eine Runde und hatten eine kurze Unterhaltung mit einem gut betrunkenen Local, der sich freundlich mit uns über unsere Herkunft und seine Frau unterhielt, die ihm eigentlich nicht erlauben wollte abens im Pub abzuhängen. Als sein Handy klingelte und sie ihn nach Hause diktierte bestellte er sich aus Trotz ein weiteres Pint, leerte es in schnellen Schlücken und wankte nach einem freundlichen Gruß in unsere Richtung aus dem Pub.
Dies nahmen wir auch als eine Art Aufbruchssignal, wollten unsere Gläser noch gemütlich leeren und uns dann auf dem Weg ins Hostel machen um vor dem Kamin noch einen kleinen Absacker zu trinken.
Doch dann tauchte Sean auf. Ein 40 bis 50-jähriger Ire mit freundlichem Gesicht, kurzen dunklen Haaren in einem blauen, legeren Hemd.
Sean kam zur Bar und wollte zwei neue Pints Guiness, leider war der Barkeeper kurz eine rauchen und so wartete Sean. Nach einer kurzen Unterhaltung mit zwei jungen Typen an der Bar wurde ihm wohl die Zeit zu lang und er zapfte sich kurzerhand seine Pints selbst. Als Erklärung teilte er den anderen Gästen im Raum, die den Vorgang interessiert und amüsiert verfolgten, mit, dass dies schon Ok sei, er gehöre zum Inventar.
Der Barkeeper kam zurück und nahms mit Humor. Dabei wurde Sean auf uns aufmerksam. Eine Gruppe typischer Deutscher Outdoor Touristen in Funktionskleidung (sowas trägt kein Local). Er fragte uns interessiert wo wir her kämen und als wir ihm sagten, dass wir Deutsche seien, gab er ein Broken Deutsch von sich, die nicht einmal schlecht waren. Von unseren anerkenenden Worten wohl angespornt erzählte er uns anschließend in bester irischer Geschichtenerzähler Tradition, wo er sein Deutsch gelernt hätte. Ich versuche die Geschichte so wieder zu geben, wie ich sie verstanden habe, und wie ich mich daran erinnere.

Es war Ende der 70’er Jahre, Irland ging es wirtschaftlich sehr schlecht und viele junge Iren gingen im Sommer für einige Monate ins Ausland um zu arbeiten. Sean hatte von der Kunsthochschule in Dublin einen deutschen Freund, der ihn zu sich nach Köln eingeladen hatte und so nahm er ihn beim Wort und schlug kurzer Hand bei ihm auf. Dummerweise war dieser aber gerade im Urlaub und konnte ihm so nicht wirklich helfen. Seine Mitbewohner – es war wohl so etwas wie eine Künstlerkomune – erlaubten Sean aber für eine Nacht dort zu schlafen. Am nächsten Morgen brach er dann zu einem kleinen Ort in der Nähe auf, wo es eine Fabrik gab in der er hoffte Arbeit zu finden. Dort kam er auch in der Komune unter. Allerdings wurde ihm der Job vor der Nase weggeschnappt und als er zurück zu seiner Bleibe kam war diese von der Polizei geräumt worden. Nun stand er ohne Gepäck und Geld da und ihm blieb nur übrig nach Köln zurück zu gehen und dort wieder um ein Bett zu bitten. Am nächsten Tag wollte er die Irische Botschaft aufsuchen. Seine Pechsträhne hielt an, denn man schickte ihn nach Düsseldorf. Dort stellte sich heraus, dass sich hier nicht die irische, sondern die britische Botschaft befand. Dort wollte man ihm nicht helfen, bot ihm aber mit typisch britischer Freundlichkeit eine Tasse Tee an.
Sean aber, damals nach eigener Aussage, jung und sehr irisch, verabschiedete sich mit den “I’am irisch. I’am drinking pints of Guinness and no fucking English tea!”
Tags drauf machte er sich auf dann nach Bonn zur echten irischen Botschaft auf. Die Fahrt dorthin kostete sein letztes Geld, doch in freudiger Erwartung freundlicher Menschen die ihm helfen würden betrat er die Botschaft seines Heimatlandes.
Umso größer die Überraschung, als er dort auf einen verknöcherten Bürokraten traf, der ihm mitteilte, er könne ihm nur helfen, wenn jemand für Sean in Irland auf einem Polizeirevier Geld hinterlegen würde. Da Seans Vater gerade im Krankenhaus war und er keine anderen Menschen hatte, die dies hätten für Ihn tun können – tat es dem Bürokraten Leid und er wollte Sean wieder weg schicken, da dieser aber nicht einmal mehr Geld für die Fahrkarte zurück nach Köln hatte bat er den Beamten ihm doch wenigstens die paar Pfennig für eine Fahrkarte zu geben. Nach einigem bekam er die Karte im Wert von 70 Pfennig. Dafür sollte er aber seinen Pass da lassen, damit sichergestellt wäre, dass er auch zurück komme um seine Schuld zu begleichen.
Daraufhin rollte das Ticket ganz klein zusammen und sagte dem Beamten, dass er es sich gerne in den Hintern stecke könne, falls es da überhaupt rein passe, so eng wie er sei.
Etwas niedergeschlagen kehrte er nach Köln zurück, dort kam ihm der Zufall zu Hilfe, zurück in seiner Bleibe hörte er einen Menschen laut fluchen und schimpfen.
es stellte sich hereaus, dass in einem Raum die Fliesen von der Wand gekommen waren. Der Fluchende fragte Sean ob er den Schaden reparieren könne, dieser sagte spontan Ja ohne eine Ahnung zu haben wie man Fliesen an Wände bekommt.
Die Hausgemeinschaft beschloss, dass Sean sein Glück versuchen solle, schließlich dachten sie, er wisse wovon er rede. Sean selbst hatte sich gedacht, dass er mit der Anleitung auf dem gekauften Fliesenkleber schon irgendwie hinkommen würde. Dummerweise hatte er nicht bedacht, dass diese dort auf Deutsch geschrieben stehen würde. Und Sean konnte kein Deutsch.
Am Ende hatte er es dann mit praktischem Verstand hinbekommen, er wurde bezahlt und durfte in einem momentan freien Zimmer wohnen. Dieses gehörte dem Sohn von Günther Grass und war ganz in schwarz gestrichen und mit Hammer und Sichel, sowie Ché dekoriert.

Das für uns besonders witzige an der Story war die Tatsache, dass sie quasi in Hannos Heimatregion spielte.
Nach dieser sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Episode tranken wir noch 1-2 Pints und gingen zurück ins Hostel.
Dort trafen wir auf John, der gerade Dienst hatte und gelangweilt vor dem Kamin saß und in seinen Laptop starrte.
Es entwickelte sich ein Gespräch, wir tranken zusammen und unsere verbliebenen Whiskye Vorräte leer. Auf die Frage welchen Whiskye er gerne hätte antwortete er, “den irischen”. Was auf den ersten Blick vielleicht wenig kurios klingt, da wir aber nur irischen dabei hatten haben wir wohl etwas dämlich aus der Wäsche geschaut. Er klärte uns dann auf, dass er damit den Jameson meinte, da kein Ire jemals Tulamore Dew trinken würde. “Did you ever see an Irishman drinking Tulamore? Expect in a commercial?” Damit machte er uns unmissverständlich klar, dass ein Ire der etwas auf sich hält Tulamore maximal zum putzen seiner Toilette oder Fenster benutzt.
Wir unterhielten uns über Gott und die Welt, außerdem gab er uns eine kurze Geschichtsstunde und diskutierte mit mir über die Keltische Kultur.
Neben seiner Weisheit über den Whiskye klärte er uns noch über zwei weitere wichtige Dinge auf: 1. Deutsche Mädels seien am leichtesten zu haben und 2. Französinnen seien die besten. Auf die Frage wie er darauf komme, meinte er nur: “Working in a hostel is just drinking, smoking an sex.”
Der Abend nahm ein jähes Ende als er uns einen Hot-Whiskye servierte. Ein Heißes Getränk aus Zimt, Zitronen, Nelken, Honig, heißem Wasser und Whiskye.

 

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Agentur Erlebnisraum präsentiert: Geisterjäger Moe Hackett im Filmhaus Saarbrücken

Das Social Media Gruselhörspiel geht an Halloween mit einer Live-Lesung in die nächste Runde

Ein Groschenroman, der aus einer Wette entstanden war, entwickelte sich 2010 zu einem umfangreichen Social Media Projekt mit Ursprung im Saarland: das Hörspiel über den Geisterjäger Moe Hackett – mit Sprecher und Musikern aus ganz Deutschland.

Nun geht es mit einer Doppelfolge in die nächste Runde:
Mit einer Livelesung der beiden Hauptdarsteller am 31. Oktober 2012 (Halloween) stellt das Filmhaus Saarbrücken die beiden neuen Teile “Moe Hackett und das Ritual der Verdammnis” sowie “Moe Hackett und das Portal der Dämonen” vor.
Neben der Lesung wird das Hörspiel auf der Leinwand in puristischer Weise animiert, so dass dem Hörer viel Raum für die eigene Fantasie bleibt.

Wie schon beim ersten Teil des Gruselhörspiels “Moe Hackett und das Gemälde des Schreckens” wurden Sprecher und Musiker über Twitter und Facebook gesucht. Die Aufnahmen und Musikstücke entstanden alleine oder in kleinen lokalen Gruppen und wurden anschließend im Studio zum kompletten Hörspiel zusammengesetzt. Durch den Erfolg von Teil 1 war schon im Vorfeld das Interesse groß, an dem Projekt mitzuarbeiten. Das Drehbuch der beiden neuen Teile stammt aus der Feder des Neunkircher Rouven Bitz. Beteiligt waren knapp zwanzig Sprecher und Musiker aus der gesamten Bundesrepublik.
Aufgrund des umfangreichen Drehbuchs wurde aus dem ursprünglich als Teil 2 geplanten Hörspiel eine Doppelfolge.

Diesmal ist der Privatdetektiv und Geisterjäger Moe Hackett sein eigener Klient. Ein verrückter Dämonenbeschwörer will das Ende der Welt herbeirufen. Hacketts Ziehmutter, die Hellseherin Madame Forgiona, liegt im Koma und Inspektor Marvell ist verschwunden. Gemeinsam mit seinem guten Freund, dem Reliqiensammler Armistad Borgeard, muss Moe Hackett den Untergang der Welt verhindern und seine Freunde retten.

Die Agentur Erlebnisraum präsentiert die Veranstaltung und kümmert sich um die schaurig-schöne Deko. Außerdem spenden wir zwei Tickets für ein Krimidinner, die an das beste Kostüm gehen.

Eckdaten

Eintritt beträgt im Vorverkauf 5 Euro, an der Abendkasse 8 Euro.
(Studierende und schaurig Verkleidete zahlen auch an der Abendkasse nur 5 Euro.)
Einlass ist um 20 Uhr, die Vorstellung beginnt um 21 Uhr.
Der Vorverkauf läuft über das Filmhaus Saarbrücken.

Weitere Infos

Dingle Way – Tag 2, die erste Etappe

Wir haben viel geschlafen, die kurze Nacht vom Vortag sowie einige Guinness steckten uns in den Knochen und wir waren am Vortag schon um zehn im Bett. Heute bin ich frisch, gut gelaunt und voller Tatendrang um acht aufgestanden und habe mich bei einer Tasse Tee in den Frühstücksraum gesetzt, um ein Reisetagebuch von gestern zu schreiben.

Wenig später kamen Hanno und Chris und gesellten sich zu mir. Es ist toll mit Freunden in Erwartung eines Abenteuers bei einer Tasse Tee zusammen zu sitzen und zu quatschen. Die Stimmung war wunderbar.

Gegen zehn ging es dann wirklich los. Wir packten unsere Rucksäcke, kehrten noch einmal in den Super Value ein, kauften uns Marschverpflegung für zwei Tage und begannen unsere Wanderung.

Das erste Stück der Wanderung folgt der Straße, allerdings geht es schon kurz nach Dingle Stadt auf kleine Nebenstraßen weiter bis Ventry, wo einen ein wirklich grandioser Sandstrand erwartet, auf dem man eine gute Zeit lang läuft.

Dort hatten wir wunderschönes Wetter, sodass wir am Strand unsere Mittagspause einlegten, welche wir fast unvernünftig lange ausdehnten und die Sonne in vollen Zügen genossen.

Anschließend ging es weiter durch einen Hohlweg der mit jedem Meter schlammiger wurde. Am Ende watete man mehr als knöcheltief durch einen Matsch, der verdächtig stark nach Kuhmist roch. Das Ergebnis erinnerte stark an Schlammcatchen, doch sahen unsere bis dahin viel zu sauberen Trekkingklamotten und Schuhe dann wenigstens ordentlich benutzt aus.

Der Hohlweg endete an einem Stück Straße, das aber überwältigende Ausblicke aufs Meer und die Blasket Islands bot.

Nach einiger Zeit zweigt der Weg von der Straße ab und geht über Schafspfade sehr schön an prähistorischen Hinterlassenschaften vorbei weiter. Wir trafen auf eine Menge Schafe, querten einen kleinen Wasserfall und Hanno zeriss sich bei einem beherzten Schritt seine Hose. Woraus man jetzt schließen könnte wie wichtig es ist, weite Hosen zu tragen – Hätte Tobi sich nicht kurze Zeit später, beim Überklettern eines Zaunes – wir wollten eine der prähistorischen Hinterlassenschaften aus der Nähe sehen – seine weite Hose auch zerissen. Wie man es macht ist es also falsch …

Der Hosenvorfall offenbarte einen eigentlich offensichtlichen Fehler auf unseren Packlisten. Wir hatten kein Nähgarn dabei. Da denkt man quasi an alles, außer an Nähgarn. Hätten wir doch Frauen mitgenommen, wäre uns das wohl nicht passiert.

Dieser letzte Abschnitt des Weges bietet wirklich unglaubliche Panoramen, es war überwältigend und nicht selten blieben wir einfach stehen um die Landschaft in uns aufzusaugen. Selbst Philip, der sich inzwischen als unser Dauerunterhaltungssender entlarvt hatte (er quatschte quasi ohne Punkt und Komma und hielt so auch auf dem Rest der Wanderrung immer alle bei bester Laune) verschlug es ab und an die Sprache.

Als wir am Abend unser Tagesziel, das B&B De Mora in der Ortschaft Dunquin erreicht hatten, waren wir knapp 21 Kilometer gelaufen. Ein wirklich tolles B&B voller Luxus und die Wirtin Angela hatte sogar Nähzeug zu verleihen.

Nach einer ausgiebigen Dusche und einem kurzen Aufenthalt auf der Couch ging es auf in den Pub. Ungefähr zehn Minuten Fußweg hatten wir durch totale Finsternis zu Krugers Pub zurück zu legen. Dieser hat eher den Charme einer Trinkhalle oder eines Vereinsheims als das was man sich als Tourist vorstellt. Dafür ist er sehr authentisch und die lange Theke ist voll von Gälisch sprechenden Locals. Was dem Ganzen einen ganz eigenen Charme gibt.

Die Bedienung hinter der Theke war eine etwas rauhe Mitzwanzigerin mit einer kunstvollen Marge-Simpsons-Frisur. Außer Guinness (3,80 EUR) und Carlsberg war jedes Bier ausverkauft und so fiel uns die Entscheidung was wir trinken wollten nicht schwer.

Hanno wollte leider im B&B bleiben, da er schmerzende Blasen an den Füßen hatte – lieber Leser, man kann es nur immer wieder wiederholen, neue Wanderstiefel muss man einlaufen!!!

So hofften wir sehr, dass er für die nächste Etappe fit sein würde.

Aus unserem geplanten einen Guinness als Absacker wurden vier und zum Abschluss des Abends endeten wir im Wintergarten des B&B mit einer Runde Whisky und einem Vesper aus unseren Vorräten. Ein wirklich toller erster Tag auf Tour.

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Krimischreiben in Italien – am 7. Tag ist alles vorbei

Heute war der letzte Kurstag und meine Geschichte kam als allerletzte dran. Ich war beim Vorlesen entsetzlich aufgeregt, dabei habe ich schon oft vor Publikum gesprochen. Diesmal war es aber etwas anderes, ich habe meine eigene Kurzgeschichte vorgelesen und gehofft, dass die anderen mir meine Nervosität nicht allzu sehr anhören. Aber sowohl die Reaktion der anderen Kursteilnehmer als auch der Dozenten war überwiegend positiv. Die Geschichte hat ein paar formale Fehler, die Perspektive ist nicht ganz richtig eingehalten, aber sowohl der Grundaufbau, als auch der Plot sind stimmig, die Auflösung verständlich und die Geschichte entspricht insgesamt dem richtigen Schema. Ich bin sehr stolz über das Lob und erleichtert, dass ich es wirklich hinbekommen habe!

Bevor ich meinen Reisebericht abschließe möchte ich unbedingt noch Danke sagen, den Organisatoren, Caterina und Georg, die alles dafür gegeben haben, uns eine richtig schöne Woche zu machen, unseren Dozenten Bernhard und Robert, für alles, was sie mir in so kurzer Zeit beigebracht haben, für ihre Kritik und ihre allzeit offenen Ohren, Danke an Frau Fricke, die mich zu diesem Kurs überredet hat und an alle anderen Kursteilnehmer, für die interessanten Gespräche und natürlich die unvergesslichen Nächte in der Rokkabar!

Und hier ist meine fertige Kurzgeschichte:

Ein Ausflug

Wenigstens hatte es endlich aufgehört zu regnen. In den trüben Pfützen spiegelten sich die grob verputzen Backsteinmauern des halbfertigen Hofes, der im warmen Licht der Abendsonne still und leblos wirkte. Ein riesiger, aufgeweichter Komposthaufen direkt an der Hauswand und einige vor sich hin rostende Gerätschaften verstärkten den Eindruck von unverborgener Achtlosigkeit.

Dass am ersten halbwegs sonnigen Abend ausgerechnet ein Ausflug in einen Landwirtschaftsbetrieb auf dem Plan stand, konnte keinen der Teilnehmer richtig begeistern. Aber angeblich sollte es dort spannender sein, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Das jedenfalls hatte der Kursleiter mit einem Augenzwinkern versprochen, und so waren am Ende doch alle mitgekommen. Jetzt standen sie hier, auf dem schlammigem Vorplatz des Hofes, und sowohl dessen Besitzer als auch die angekündigte Spannung ließen auf sich warten.

„Signor Torelli sollte eigentlich längst hier sein“ betonte Georg Simader, der Organisator des Ausflugs, mittlerweile zum dritten Mal, „aber er ist auch nicht unbedingt für seine Zuverlässigkeit berühmt. Ich geh kurz telefonieren, schaut ihr euch doch einfach schon mal ein bisschen um!“ Mehr oder weniger lustlos trabten die Kursteilnehmer in verschiedene Richtungen davon, dabei hätten sie alle ihre Zeit eigentlich viel lieber anders genutzt. Morgen sollten die Kurzgeschichten fertig sein und die Wenigsten hatten überhaupt mehr als ein Drittel der vorgeschriebenen Textlänge erreicht, von Überarbeitungen, schlüssigen Charakterbeschreibungen und ausgefeilten Dialogen ganz zu schweigen. Natürlich hatte niemand erwartet, dass man in einer Woche wirklich einen packenden Krimi zustande bringen könnte. Aber die Schwierigkeit, in wenigen Tagen eine Kurzgeschichte auf Basis der bisherigen Erlebnisse vor Ort zu konstruieren, hatten sie alle unterschätzt. Und statt jetzt wenigstens an ihren rudimentären Textfragmenten weiterarbeiten zu können, hatten sie sich zu dieser Besichtigung eines sogenannten Agriturismo überreden lassen, mit dem Ergebnis, dass der Besitzer offensichtlich nicht an einer Führung interessiert war, und sich stattdessen alle nasse Füße holten.

„Ich hab schon überlegt, einfach gar nichts abzugeben, bevor ich mich vor allen blamiere.“ Mit dieser Bemerkung wollte Daniela, eine elfengleiche Blondine im pinkfarbenen Regencape, nur erreichen, dass der Angesprochene sie sofort vom Gegenteil zu überzeugen versucht. Aber Philipp, ein ambitionierter Autor, in dessen Wohnung mehrere Schubladen voller unfertiger Entwürfe vor sich hin staubten, war selbst viel zu sehr in Gedanken und reagierte deswegen nur mit einem gemurmelten „Ach was. Das wird schon noch.“, einer für Daniela in höchstem Maße unbefriedigenden Antwort. Isabelle, die einige Meter hinter den beiden her stapfte, und in ihren zu engen Riemchensandalen die tieferen Pfützen zu umgehen versuchte, verdrehte die Augen und schnaubte kaum hörbar. Ihr ging der ganze Kurs auf die Nerven, von dessen Teilnehmern sie erheblich mehr Tiefgang, Vorbildung und Schreiberfahrung erwartet hätte. Als erfahrene Anwältin hatte sie ja schon mit einigen Stümpern zu tun gehabt, aber wer sich heutzutage alles anmaßte, schreiben zu können, das war einfach lächerlich. Um sich nicht weiter über das Anerkennungsgebettel dieser aufgetakelten Möchtegern-Barbie aufregen zu müssen, bog Isabelle vom aufgeweichten Kiesweg in einen Gemüsegarten ab, an dessen Rand mehrere große Rosmarinbüsche im Abendlicht rötlich glänzten.

Isabelle wollte sich zwischen den duftenden Zweigen gerade eine Zigarette anzünden, als ihr Blick an einem Schuh mitten in den Beeten hängen blieb. Was war das hier bloß für ein heruntergekommener Laden, wenn sogar im Gemüsegarten Müll herumlag? Der Schuh lag auf der Seite, die Sohle Isabelle zugewandt, und das Beet davor war zerwühlt. Hier gab es ja angeblich immer wieder Probleme mit Wildschweinen, aber Schuhe schleppten die doch für gewöhnlich nicht durch die Gegend. Nach ein paar Schritten in den Garten erkannte sie schließlich, dass der Schuh durchaus nicht alleine im Beet lag und ihr erster Gedanke war „Oh nein, was soll das denn jetzt?“ Das sollte vermutlich eine Leiche darstellen, schlammig, eindeutig unecht, und auch noch schlecht drapiert. Die Beine waren in derart unnatürlichen Winkeln geknickt, dass sie nur die Stoffbeine einer billigen Schaufensterpuppe sein konnten, der Oberkörper war vollkommen unrealistisch eingedellt und der größte Teil des Kopfes eine blutige Masse ohne erkennbare Form. Nichtmal das Blut sah auch nur halbwegs echt aus. War das etwa die unerwartete Spannung, von der Georg auf dem Weg hierher gesprochen hatte? Isabelle fand das mehr als albern, wollte aber nicht als Spielverderberin dastehen und rief deswegen nach den Anderen, wenn auch ziemlich halbherzig. „Kommt mal alle her, ich hab hier was gefunden, ihr werdet es nicht glauben…“
Philipp und Daniela waren als erste da und schauten neugierig Richtung Beet. „Was soll das denn sein? Eine Leiche?“ Philipp war ebenso wenig beeindruckt von dieser Inszenierung. Daniela allerdings riss erschrocken die Äuglein auf „Ist die etwa echt?“ „Natürlich nicht, was denkst du denn?“ entgegnete Isabelle, genervt von so viel, vermutlich nur teilweise aufgesetzter Naivität. „Ein Kurs voller angehender Krimiautoren auf der Suche nach Inspiration besucht einen per se völlig unspannenden Hof und plötzlich liegt da aus heiterem Himmel eine Leiche rum, was für ein Zufall.“ In Gedanken ergänzte sie noch „du Hohlbrot“ und fand diese ganze Chose zunehmend überflüssig. Aber was hatten sie auch erwartet, nach ihrem Gekicher und Geflachse über angebliche Leichen, gegenseitige Mordgedanken und diesem permanenten Gerede über Bösartigkeit und Niedertracht. Da mussten sich die Organisatoren ja fast schon genötigt fühlen, ihnen so eine armselige Vorstellung zu bieten.

Philipp hatte mittlerweile zusammen mit anderen Männern aus dem Kurs die angebliche Leiche genauer in Augenschein genommen und bemerkte „Aus der Nähe sieht es noch unechter aus!“ Trotzdem hatte sich schon fast alle Teilnehmer im Gemüsebeet eingefunden, und je nach Interessenlage wurde über die Albernheit der ganzen Situation gelästert oder der Schlamm an den Schuhen verflucht, während die Überambitionierten natürlich das unmittelbare Umfeld nach den Spuren des Verbrechens durchkämmten. „Also ich find das ne coole Idee, ich hab mich im ersten Moment total erschrocken!“ Daniela tippte mit der Spitze ihres rosa Turnschuhs den unförmigen Torso an. Eine Wolke aus schwarz glänzenden Fliegen erhob sich brummend vom dunkelrot verkrusteten Gesicht des Toten. Für einen Augenblick wurde es still, dann wischte Philipp die aufkommende Irritation mit einer heftigen Geste beiseite. „Das ist bestimmt Hackfleisch oder so, damit es echter wirkt, das hat die Fliegen angezogen. Die haben sich da schon ein bisschen Mühe gemacht, um uns zu schocken.“ Die Anderen lachten verunsichert und Daniela trat nochmal gegen den schlammbedeckten Oberkörper, sogar etwas fester als beim ersten Mal. „Jetzt seid nicht albern!“ Philipp hatte langsam genug von diesem Unfug. „Ihr wollt blutrünstige Geschichten schreiben und lasst euch von einer lächerlichen Puppe erschrecken? Schaut her, die lässt sich ganz einfach hochheben und die Haare sind bestimmt nur eine billige Perücke!“ Zum Nachweis zog er beherzt an den schmutzigen schwarzen Haaren, aber der schwere Körper ruckte und schmatzte nur im rotbraunen Schlamm. Philipp kam durch den unerwarteten Widerstand ins Rutschen und plumpste neben der Leiche in die aufgewühlte Erde. Zwischen seinen Fingern klebten ausgerissene Haare mit entsetzlich echten Haarwurzeln. Wenige Sekunden später wurde schließlich auch Georg Simader von gellenden Schreien an den Ort des Geschehens gerufen.

Der Commissario schüttelte fassungslos den Kopf. Er konnte einfach nicht glauben, was hier los war. Die Spurensicherer standen unschlüssig herum und Simader jammerte ihm seit mehr als einer Viertelstunde die Ohren voll, dass es ihm so schrecklich leid tue, und wirklich niemand mit Absicht etwas zerstört habe, aber er hätte ja nicht ahnen können, was hier passiert sei. Keiner der Teilnehmer hätte jemals zuvor eine echte Leiche gesehen, außerdem hätten sie seit Tagen über Mordfälle gewitzelt, da wäre es doch kein Wunder, dass sie den Toten für eine Attrappe gehalten hatten. Die Augen des Commissario verengten sich. „Sie haben den Tatort vollkommen zertrampelt, hier wird keine einzige vernünftige Spur mehr zu finden sein! Außerdem wurde der Tote auch noch bewegt und es haben sich mindestens drei Leute in unmittelbarer Nähe übergeben! Das ist ein einziger Alptraum! Was soll ich denn hier noch ermitteln?“ Simader senkte betroffen den Blick. „Ich kann gar nicht sagen, wie unglaublich unangenehm mir das…“ „Unangenehm?!“ fuhr ihm der Commissario dazwischen. „Sie finden das also unangenehm? Signor Torelli wurde vielleicht an dieser Stelle ermordet und die Wahrscheinlichkeit, dieses Verbrechen jemals aufzuklären geht praktisch gegen Null, weil Sie diese bescheuerten Dilettanten hier Detektiv spielen lassen! Jetzt schaffen Sie mir endlich diese Idioten aus den Augen und wehe irgendjemand schleppt auch nur den kleinsten Stein vom Tatort weg, dann lasse ich Sie und Ihren kompletten Kurs sofort einsperren!“ Simader war vernünftig genug, auf weitere Bemerkungen zu verzichten und sammelte seine derangierten Schäfchen ein, um sie zu ihren Unterkünften zu bringen und dann schnellstmöglich die Abreise zu organisieren. Er ahnte schon, dass dies wohl sein letzter Krimikurs in Farnese gewesen war.

Am nächsten Abend, nachdem alle Teilnehmer weg waren, zu traumatisiert um sich an das Wort „Rückerstattung“ zu erinnern, saß der völlig erschöpfte Georg Simader zuhause in seinem bequemsten Korbstuhl, und ließ sich noch einmal vom Commissario am Telefon zusammenfalten. „Wir konnten so gut wie nichts herausfinden. Torelli wurde wahrscheinlich am Fundort erschlagen, aber nicht einmal das können wir mit Sicherheit sagen. So viele Feinde, wie dieser Mann hatte, könnte das hier praktisch jeder gewesen sein. Aber was der Regen an Spuren nicht weggespült hat, haben Sie und Ihre Hobbykriminologen erfolgreich vernichtet und dadurch echte Polizeiarbeit unmöglich gemacht. Ich hoffe Sie sind stolz auf sich!“ Georg legte das tutende Telefon mit einem Seufzer beiseite. Er nahm den Brief, der ihm in letzter Zeit so viel Sorge bereitet hatte, aus der Kommode. Der Brief, in dem eine absurd hohe Summe gefordert worden war, unterschrieben von Torelli. Er nickte kaum merklich und zerriss das Papier dann lächelnd in viele kleine Stücke.

 

Krimischreiben in Italien – Tag 1 und 2

Gestern war Ankunftstag in Farnese und ein gemeinsamen erstes Kennenlernen beim Abendessen. Neben den zwölf Kursteinehmern waren auch die Organisatoren, Georg Simader und Caterina dabei, die sich sehr umfassend um alle Belange der Teilnehmer kümmern und immer ein offenes Ohr für alle Fragen und Wünsche haben. Außerdem Bernhard Jaumann, Autor und einer der beiden Dozenten des Kurses. Robert Hültner, der zweite Dozent und ebenfalls Autor, ist heute morgen angekommen, und dann ging es auch schon gleich nach dem Frühstück mit einer kleinen Stadtführung los.

Farnese – beschauliches Städtchen oder Ort des Verbrechens?

Um auf kriminalistische Touren zu kommen, wurde uns empfohlen, „gemein“ zu sein, der freundlich wirkenden Stadtführerin Valeria nur Schlechtes zu unterstellen und hinter jeder pittoresken Ecke der hübschen kleinen Provinzstadt das Verbrechen zu wittern. Das Gleiche galt für den anschließenden Besuch einer kleinen Ölmühle, deren Besitzerin Stefania wir einer Befragung unterziehen durften, die weit über ihre tägliche Arbeit mit Oliven hinausging.

Ausgestattet mit Gerüchten, Vermutungen und vielen verwertbaren Eindrücken ging es dann nach dem Mittagessen gleich mit dem eigentlichen Kurs weiter. Bei der Vorstellung der einzelnen Teilnehmer wurden die extrem unterschiedlichen Voraussetzungen und auch Erwartungen der Gruppe, die sich beim Kennenlernen schon angedeutet hatten, erst richtig deutlich. Vom interessierten Schreibanfänger bis zum vor Ort recherchierenden Autor mit mehreren fertigen Krimi-Manuskripten in der Schublade sind so ziemlich alle Stufen der Vorbereitung vertreten. Ich zähle mich selbst eher zur ersterwähnten Spezies und bin äußerst gespannt, wie die Dozenten diese verschiedenen Vorstellungen unter einen Hut kriegen werden.

Wie wird eine Krimi-Kurzgeschichte aufgebaut?

Danach ging es dann ganz grundsätzlich um den Aufbau einer Kurzgeschichte. Grob gesagt muss es mindestens zwei Personen geben, einen Protagonisten und einen Antagonisten, die beide ein Ziel verfolgen, deren Ziele sich aber gegenseitig ausschließen, was zu einem Konflikt führt. Dieser Konflikt spitzt sich zu und wird schließlich in einer unerwarteten Wendung aufgelöst, der Pointe am Schluss der Geschichte. Natürlich gibt es davon unendlich viele Abwandlungsmöglichkeiten, aber im Groben soll so die Kurzgeschichte aussehen, die wir auf der Basis unserer heutigen Eindrücke in Farnese, der Stadtführung und des Interviews schreiben, und möglichst in drei Tagen fertig haben und abgeben sollen. Bis dahin werden wir noch einiges zum Aufbau von Figuren und Dialogen lernen, aber jetzt geht es erstmal darum, seine Kurzgeschichte möglichst in einem Satz zusammenzufassen.

Ich habe mehrere Ideen zu Geschichten, in der vielleicht die Ölmühlenbesitzerin, die Stadtführerin und noch mindestens eine weitere Person vorkommen, aber keine davon gefällt mir bisher gut genug, dass ich schon etwas Konkretes dazu sagen könnte. Wer am Ende wen ermordet, ist auch noch unklar, aber morgen sieht das vielleicht schon ganz anders aus.

Hier geht’s weiter mit Tag 3 des Krimikurses >>

 

Eindrücke aus Farnese

Zum Krimischreiben nach Italien – ein Reisebericht

Ich fliege nach Italien um dort zu lernen wie man einen Krimi schreibt. Ich schreibe schon immer gern, bisher allerdings vor allem kurze Texte, lange Briefe, kleine Geschichten und beruflich auch Blog- oder Zeitungsartikel, aber an ein richtiges Buch habe ich mich bisher nicht herangetraut. Durch Zufall habe ich durch eine Freundin von Schreibkursen in Farnese erfahren und mich kurzentschlossen zu einem dieser einwöchigen Seminare angemeldet. Jetzt werde ich hochmotiviert und vollkommen unvorbereitet mit Laptop, USB-Stick und Mückenspray gewappnet tatsächlich dort hinfliegen und mich überraschen lassen, ob man in einer Woche wirklich lernen kann, einen guten Krimi zu schreiben.

Der Kursanbieter, „manoscritto – spannend schreiben lernen“, hat für die Teilnehmer einen Dozenten, der jeden Tag fünf Stunden Unterricht  abhält, sowie  einen Literaturagenten oder Lektoren, der Einblicke in den deutschen Buchmarkt gibt, und zur Erholung noch verschiedene Ausflüge zum Schwimmen und zu Sehenswürdigkeiten. Außerdem gibt es noch eine zweisprachige Lesung mit einem bekannten italienischen oder deutschen Autor. Für die Abende werden zusätzlich Hausaufgaben gestellt, wie zum Beispiel den Entwurf einer Plotskizze oder die Entwicklung eines Dialoges. Trotzdem stelle ich mir das ganze eher wie einen Urlaub mit Lerneffekt vor. Genau deswegen sind diese Kurse wohl auch in Italien (und nein, sie werden nicht auf Italienisch abgehalten), damit das ganze weniger schulisch als erholsam wird.

Die Teilnehmer dürfen ihre Entwürfe oder Skizzen mitbringen, ich habe allerdings nicht das geringste Fitzelchen an Vorarbeit geleistet und bin sehr gespannt, ob die anderen alle furchtbar fleißig waren. Meine Freundin, die mir diesen Kurs angepriesen hat, wird auch dort sein, und sie hat auch tatsächlich schon einige Veröffentlichungen vorzuweisen.

Morgen geht es also los, nach drei Tagen in Rom, zur kulturellen Akklimatisierung, mit dem Zug nach Farnese, wo dann der Krimikurs stattfindet. Ich werde versuchen, neben meinen Hausaufgaben und der ganzen sonnigen Erholung,  jeden Abend einen Beitrag zu schreiben. Ich freue mich sehr auf meinen Krimischreiburlaub und bin schon äußerst gespannt, wer wohl in meiner ersten Plotskizze das Zeitliche segnen wird…

Hier geht’s weiter mit Tag 1 und 2 des Krimikurses >>

 


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