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Dingle Way – Tag 2, die erste Etappe

Wir haben viel geschlafen, die kurze Nacht vom Vortag sowie einige Guinness steckten uns in den Knochen und wir waren am Vortag schon um zehn im Bett. Heute bin ich frisch, gut gelaunt und voller Tatendrang um acht aufgestanden und habe mich bei einer Tasse Tee in den Frühstücksraum gesetzt, um ein Reisetagebuch von gestern zu schreiben.

Wenig später kamen Hanno und Chris und gesellten sich zu mir. Es ist toll mit Freunden in Erwartung eines Abenteuers bei einer Tasse Tee zusammen zu sitzen und zu quatschen. Die Stimmung war wunderbar.

Gegen zehn ging es dann wirklich los. Wir packten unsere Rucksäcke, kehrten noch einmal in den Super Value ein, kauften uns Marschverpflegung für zwei Tage und begannen unsere Wanderung.

Das erste Stück der Wanderung folgt der Straße, allerdings geht es schon kurz nach Dingle Stadt auf kleine Nebenstraßen weiter bis Ventry, wo einen ein wirklich grandioser Sandstrand erwartet, auf dem man eine gute Zeit lang läuft.

Dort hatten wir wunderschönes Wetter, sodass wir am Strand unsere Mittagspause einlegten, welche wir fast unvernünftig lange ausdehnten und die Sonne in vollen Zügen genossen.

Anschließend ging es weiter durch einen Hohlweg der mit jedem Meter schlammiger wurde. Am Ende watete man mehr als knöcheltief durch einen Matsch, der verdächtig stark nach Kuhmist roch. Das Ergebnis erinnerte stark an Schlammcatchen, doch sahen unsere bis dahin viel zu sauberen Trekkingklamotten und Schuhe dann wenigstens ordentlich benutzt aus.

Der Hohlweg endete an einem Stück Straße, das aber überwältigende Ausblicke aufs Meer und die Blasket Islands bot.

Nach einiger Zeit zweigt der Weg von der Straße ab und geht über Schafspfade sehr schön an prähistorischen Hinterlassenschaften vorbei weiter. Wir trafen auf eine Menge Schafe, querten einen kleinen Wasserfall und Hanno zeriss sich bei einem beherzten Schritt seine Hose. Woraus man jetzt schließen könnte wie wichtig es ist, weite Hosen zu tragen – Hätte Tobi sich nicht kurze Zeit später, beim Überklettern eines Zaunes – wir wollten eine der prähistorischen Hinterlassenschaften aus der Nähe sehen – seine weite Hose auch zerissen. Wie man es macht ist es also falsch …

Der Hosenvorfall offenbarte einen eigentlich offensichtlichen Fehler auf unseren Packlisten. Wir hatten kein Nähgarn dabei. Da denkt man quasi an alles, außer an Nähgarn. Hätten wir doch Frauen mitgenommen, wäre uns das wohl nicht passiert.

Dieser letzte Abschnitt des Weges bietet wirklich unglaubliche Panoramen, es war überwältigend und nicht selten blieben wir einfach stehen um die Landschaft in uns aufzusaugen. Selbst Philip, der sich inzwischen als unser Dauerunterhaltungssender entlarvt hatte (er quatschte quasi ohne Punkt und Komma und hielt so auch auf dem Rest der Wanderrung immer alle bei bester Laune) verschlug es ab und an die Sprache.

Als wir am Abend unser Tagesziel, das B&B De Mora in der Ortschaft Dunquin erreicht hatten, waren wir knapp 21 Kilometer gelaufen. Ein wirklich tolles B&B voller Luxus und die Wirtin Angela hatte sogar Nähzeug zu verleihen.

Nach einer ausgiebigen Dusche und einem kurzen Aufenthalt auf der Couch ging es auf in den Pub. Ungefähr zehn Minuten Fußweg hatten wir durch totale Finsternis zu Krugers Pub zurück zu legen. Dieser hat eher den Charme einer Trinkhalle oder eines Vereinsheims als das was man sich als Tourist vorstellt. Dafür ist er sehr authentisch und die lange Theke ist voll von Gälisch sprechenden Locals. Was dem Ganzen einen ganz eigenen Charme gibt.

Die Bedienung hinter der Theke war eine etwas rauhe Mitzwanzigerin mit einer kunstvollen Marge-Simpsons-Frisur. Außer Guinness (3,80 EUR) und Carlsberg war jedes Bier ausverkauft und so fiel uns die Entscheidung was wir trinken wollten nicht schwer.

Hanno wollte leider im B&B bleiben, da er schmerzende Blasen an den Füßen hatte – lieber Leser, man kann es nur immer wieder wiederholen, neue Wanderstiefel muss man einlaufen!!!

So hofften wir sehr, dass er für die nächste Etappe fit sein würde.

Aus unserem geplanten einen Guinness als Absacker wurden vier und zum Abschluss des Abends endeten wir im Wintergarten des B&B mit einer Runde Whisky und einem Vesper aus unseren Vorräten. Ein wirklich toller erster Tag auf Tour.

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Die nötige Ausrüstung für den Dingle Way

Neben der richtigen Kleidung ist natürlich auch die richtige Ausrüstung von entscheidender Bedeutung für den Spaß, den man an einer Wandertour haben kann. Das Thema Schuhe habe ich ja schon in meinem letzten Blog behandelt, trotzdem fange ich wieder an den Füßen an.

  • Bei Wandertouren in Irland können Gamaschen von großem Nutzen sein. Ich halte sie zwar nicht für zwingend notwendig, erst recht wenn man eine Regenhose dabei hat, aber sie helfen in hohem, nassem Gras oder bei Bachquerungen keine nassen Hosen zu bekommen.
  • Eine Regenhose ist im ständig verregneten Irland von großem Nutzen. Ich empfehle eine Hose die auf beiden Außenseiten einen durchgehenden Reißverschluss besitzt, damit sie im Bedarfsfall schnell an und ausgezogen werden kann. Wer keine Regenhose mag, dem empfehle ich einen Regenponcho und die oben erwähnten Gamaschen.
  • Rucksack. Für unsere Tour, bei der wir in B & B zu nächtigen gedenken reicht ein mittelgroßer Rucksack mit 55 Litern Fassungsvermögen völlig. Wer mit wenig auskommt, dem mag gar ein 35 Liter Rucksack mit Seitentaschen ausreichen. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Rucksack auch wirklich zum eigenen Rücken passt und leer nicht schon zu schwer ist. In der Regel empfiehlt es sich beim Rucksack nicht allzu sparsam zu sein. Nicht passende Rucksäcke können dem Träger zur Qual werden. Was nicht heißt, dass ein Decathlon Rucksack nicht auch gut passen kann. Man muss es ausprobieren und vor dem Kauf, im Geschäft das Teil auch einmal beladen anprobieren.
  • Wanderstöcke; diese sind auch nicht unbedingt verpflichtend. Auf schwierigem Terrain helfen sie die Balance zu behalten, außerdem ist es beim Laufen auf langen Strecken angenehmer und entlastet die Arme.
  • Eine Wasserflasche ist verpflichtend bei einer Tagestour sollte man mindestens zwei Liter Wasser dabei haben. Ein Trinksystem mit Schlauch, was man im Rucksack tragen kann ist praktisch, aber natürlich nicht notwendig. So oder so sollte das verwendete Behältnis nicht leer schon ein hohes Eigengewicht haben.
  • Ein leichtes Handtuch, am besten ein Trekking Handtuch um sich die Füße oder Haare abzutrocknen. Außerdem braucht man in manchen Hostels sein eigenes Handtuch.
  • Ein Taschenmesser sollte jeder dabei haben. Wer hat, am besten ein Multitool um mit dem man auch einmal Reparaturen am Material vornehmen kann.
  • Auch wenn man morgens und abends etwas in den Städten zu Essen bekommt sollte man nicht vergessen, dass einem mittags der Hunger packt. Aus diesem Grund gilt es Wegzehrung dabei zu haben. Nach meiner Erfahrung eignen sich Müsli-Riegel, Nüsse/Studentenfutter, Schokolade, Rohesser und Vollkornbrot hervorragend. Da wir unterwegs die Möglichkeit zum Einkaufen haben werden, reicht es erst einmal Proviant für 2 Tage dabei zu haben.
  • Nicht vergessen darf man natürlich die eigenen Toiletten Artikel, Zahnbürste, Zahnpasta und was man sonst so noch braucht. Doch bitte beim Packen an das Gewicht denken!
  • Auch wenn man es in Irland nicht allzu wichtig ist, so kann man Glück haben und wirklich sonnige Tage erwischen. Wer empfindlich ist, sollte also an die eigene Sonnenbrille denken.
  • Ganz wichtig ist natürlich der eigene Flachmann gefüllt mit dem Schnaps der eigenen Wahl. Zum einen um sich zwischen durch einmal aufwärmen zu können, zum anderen um das Erreichen von Zwischenzielen gebührend feiern zu können.

So viel zum Thema persönliche Ausrüstung. In meinem nächsten Blog behandle ich das Thema der allgemeinen Ausrüstung. Also was die Gruppe als Ganzes dabei haben sollte. Außerdem hoffe ich meinen Bruder, einen erfahrenen Bergwanderer zu motivieren etwas über Packen und Gewicht des Gepäcks zu schreiben. Außerdem freue ich mich natürlich über jedes Kommentar, welches meine Liste vervollständigt.

 

Links zum Dingle Way Projekt:

Die nötige Kleidung für den Dingle Way

 

Da wir uns für unsere Tour gegen eine Übernachtung im Zelt entschieden haben – wie schon erwähnt, wir haben ein paar Neulinge dabei – fällt ein Großteil der fürs Trekking nötigen Ausrüstung schon einmal weg. Wir planen jeden Abend in einem B&B unter zu kommen. Somit ist die Frage nach dem Frühstück, wie die Frage nach dem Abendessen auch schon geregelt. Was einiges an Gewicht spart.

Trotzdem gibt es natürlich einige unerlässliche Ausrüstungsgegenstände, die man für eine solche Wanderung im Besitz haben muss. Ich beginne mit der notwendigen Kleidung.

  • Angefangen bei den Wanderschuhen, oder Wanderstiefeln. Ich empfehle eindeutig Wanderstiefel mit einem über den Knöchel reichenden Schaft, der den Knöchel in schwierigem Gelände und im Falle eines umknickens gut stützt. Auf diese Weise lassen sich unangenehme Verletzungen und ein vorzeitiger Abbruch der Tour vermeiden.  Ob man sich allerdings für einen Leder, einen Gorotex oder ein Mischschuh entscheidet ist im Endeffekt Geschmackssache. Wichtig ist, dass der Schuh gut sitzt. Wasserdicht ist und am besten auch schon gut eingelaufen. Denn nichts ist unangenehmer als Blasen an den Füßen. Kleiner Tipp hierzu: Neue Schuhe kann man in den ersten Tagen mit zwei Socken über einander tragen. Eine möglichst dünne Socke und eine dicke Wandersocke darüber. Dann scheuert es zwischen den beiden Socken und nicht am eigenen Fuß.

 

  • Das Bringt mich zu den Wandersocken. Ich empfehle eindeutig sich echte Wandersocken zu zulegen. Auf KEINEN Fall Baumwollsocken, diese scheuern. Wandersocken vermeiden Blasen an den Füßen, da sie nahtlos gestrickt sind und an der Kappe und in der Ferse zusätzlich verstärkt. Wie viele Socken man für 4 Tage Wanderung benötigt hängt ein wenig von eigenen Sauberkeitsbedürfnis ab. Es soll Menschen geben, die eine Woche mit zwei Paar Socken auskommen. So oder so sind allerdings zwei Paar Socken, die Mindestanforderung, da ein Paar immer Nass werden kann und in Nassen Socken zu laufen ist gelinde gesagt unangenehm. Was das Material betrifft empfehle ich uneingeschränkt reine Wollsocken. Diese verhindern am effektivsten Schweißfüße. Der Porsche unter den Socken sind Merinowolle-Socken. Merinowolle stinkt nicht und trocknet extrem schnell.

 

  • Arbeiten wir uns am Körper von unten nach oben weiter. Nächstes wichtiges Ausrüstungsstück ist eine Hose. Diese sollte möglichst bequem sein. Da wir im Herbst unterwegs sind am besten nicht zu dünn.  Im Grunde reicht das schon. Wer möchte kann natürlich auch hier auf Funktionskleidung zurück greifen und sich eine Wanderhose zulegen. Diese verfügen in der Regel über verstärkte Knie und Gesäßpartien, sowie über diverse praktische Taschen. Außerdem sind sie schneller wieder trocken  wenn es einmal regnet als beispielsweise eine Jeans.

 

  • Kommen wir zur Unterwäsche. Auch hier gilt ähnlich wie bei den Socken. Wie viel Unterwäsche man für das eigene Sauberkeitsempfinden benötigt muss jeder selbst entscheiden. Mindestens zwei Unterhosen sind aber Pflicht, da eine nass werden kann. Ob man spezielle Funktionsunterwäsche haben möchte oder nicht ist auch eine Frage die jeder selbst beantworten muss. Der Nutzen liegt in scheuerfreien Nähten, besonders wärmenden Eigenschaften und schneller Trocknung. Meine Empfehlung auch hier: Merinowolle.

 

  • Wenn ich gerade bei Merinowolle bin. Natürlich kann man in jedem T-Shirt wandern. Aber auch hier gilt: Merinowolle riecht selbst nach mehreren Tagen des Tragens noch nicht, sie trocknet extrem schnell und ist sehr angenehm auf Haut zu tragen.

 

  • Über dem Shirt trägt man in der Regel am besten eine dünne Fleeceweste. Fleece ist leicht und warm und trocknet schnell. Darüber eine Fleecejacke oder Softshelljacke, die etwas wärmer ist als die Weste, wenn man es hat bietet sich eine Windstopper-Jacke (also winddicht) an. Darüber dann eine Regendichte Jacke. Wer schnell friert sollte sich zusätzlich mit langer Unterwäsche (auch wieder mein Tipp: Merinowolle) ausrüsten und vlt. Eine zusätzliche Daunenweste mitnehmen.

 

  • Zum weiteren Regenschutz, der in Irland unerlässlich ist, rate ich zu einem Hut mit Schirm, außerdem entweder einer Regenhose, oder Gamaschen und einem Regenponcho. Ein Poncho hat den großen Vorteil, dass er sehr leicht ist, ein geringes Packmaß hat und man unter ihm nicht ins Schwitzen kommt. Außerdem lässt er sich hervorragend als Sitzunterlage oder gar als Notzelt verwenden.

In meinem nächsten Blog behandle ich das Thema Ausrüstung.

Hier noch ein paar Links zum Thema Merinowolle, wenn ich schon das Loblied so laut singe, sollte ich auch die Probleme bei der Produktion hinweisen. Dazu empfehle ich den Artikel in www.hugsforhikers.com:

 

Links zum Dingle Way Projekt:

Projekt Dingle Way: Wie komme ich nach Dingle?

Die grundsätzliche Anreise von Deutschland nach Irland erfolgt in aller Regel per Flugzeug. Einige Linien bieten Ihre Dienste an. Und obwohl ich eigentlich kein Freund von Ryan-Air bin (weil mich deren unterirdischer Service und ihre Preispolitik immer wieder völlig auf die Palme bringt und ich diese als eine absolute Frechheit empfinde) muss ich gestehen doch meistens mit Ihnen zu fliegen, denn leider fliegt keine andere Gesellschaft bezahlbar nach Kerry. Trotzdem lohnt sich jedes Mal ein Vergleich mit anderen Linien, speziell mit Aer Lingus. Denn schließlich hängt die für einen selbst günstigste Linie auch immer mit dem eigenen Abflughafen zusammen.

Zielflughafen für Touren nach Dingle ist Kerry Airport (KIR). Ein kleiner Provinzflughafen im Süden Irlands und in kurzer Entfernung nach Dingle-Stadt. Die letzte Anreise Etappe vom Flughafen zum Startpunkt der Wanderung kann man mit einem Airport Shuttle überbrücken. Bei Gruppenreisen würde man natürlich einen eigenen Bus wählen. Öffentliche Alternativen sind schwierig, da es in Irland kein gutes Eisenbahnnetz gibt und auch der Busverkehr nicht vergleichbar mit Deutschland ist. Vor allem nimmt der Busfahrplan nicht unbedingt Rücksicht auf den Flugplan.

Bei der Rückreise läuft es ähnlich. Die Fahrt von Dingle nach Kerry wird auch am besten wieder per Shuttle zurückgelegt (https://www.dingleshuttlebus.com/). Das Shuttle ist eine private Firma, der man ca. 14 Tage vor Ankunft die eigenen Flugdaten mitteilt. Sie kommen dann zum Flughafen und holen einen in einem Kleinbus ab. Die Kosten sind überschaubar. Pro Personen werden ca. 17 Euro für Hin- und Rückfahrt fällig.

 

Links zum Dingle Way Projekt:


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