«Neuigkeiten aus der Agentur»

A Road Trip to Ireland – Tag 2 & 3

Das Erwachen am zweiten Tag war alles andere als angenehm. Wir hatten, wie geplant, auf einem Rastplatz irgendwo in Belgien übernachtet. Das bedeutete viel Autobahn und LKW Lärm. Entsprechend früh waren wir wach und machten uns auf nach Calais.

Der positive Effekt aus dieser kurzen Nacht war, dass wir eine Stunde früher als geplant auf die Fähre konnten.
An Bord schnell etwas gegessen und eine Karte von Süd England gekauft.
Das Wetter bei der Überfahrt war sehr diesig, so dass wir leider keinen schönen Blick auf die Kalkfelsen hatten.
In Dover angekommen machten wir uns gleich auf in den Westen. Unsere Fähre von Holyhead nach Dublin geht am Donnerstag (also übermorgen) und unser Plan ist in der Zwischeinzeit ein wenig durch Wales zu fahren und die Landschaft durch zu genießen.
Soweit der Plan. In der Realität wurden wir von einem Autobahnschild mit der Aufschrift Stratford upon Avon aufgehalten. Also große Shakespeare Verehrer entschlossen wir spontan einen Abstecher zu machen und uns seinen Geburtsort anzuschauen.
Wir langten in den frühen Abendstunden in Stratford an und parkten auf dem PKW Parkplatz des Anne Hathaway’s Cottage (dieses war einmal im Besitz der Familie von Wills Frau) und machten uns zu Fuß auf ein wenig die Stadt zu erkunden.
Diese entpuppte sich als sehr malerisches Städtchen mit sehr vielen, sehr schönen und sehr alten Gebäuden. Außerdem sah alles ziemlich ausgestorben aus. Wir schoben das auf die offensichtliche Nebensaison und begaben und nach Gulaschsuppe aus dem Aromabeutel und einem Feierabend-Bier zu Bett.
Tag drei, der Mittwoch, also heute, begann zwar deutlich ausgeruhter als der letzte – schließlich hatten wir keine Autobahn zu ertragen – dafür war es nachts unglaublich kalt geworden. Wir hatten (ohne Übertreibung) Temperaturen kanpp über dem Gefrierpunkt zu ertragen. Was oben im Faltdach des VW-Bus doch tatsächlich „etwas frisch“ war. In Island hatte ich bei deutlichen Minusgraden im gleichen Schlafsack geschlafen und weniger gefroren.
Nun gut, es war wie es nun einmal war. Wir kochten uns einen Kaffee, unterhielten uns über Gott und die Welt und warteten, dass das Museum (Anne Hathaway’s Cottage) öffnen würde.
Auf dem Parkplatz war nicht viel los und er füllte sich auch nur mäßig, so erwarteten wir auch nur ein mäßig gefülltes Museum.
Weit gefehlt. Der PKW Parkplatz war zwar tatsächlich nur mäßig gefüllt, dafür platzte der Bus Parkplatz aus allen Nähten und ständig kamen erneut Busse mit Schülern an, die von ihren Lehrern zur vermeintlichen Wiege der englischen Kultur gekarrt wurden.
Kleiner Einschub: Man bedenke, dass es sich bei dieser Sehenswürdigkeit „nur“ um das Cottage der Familie von William Shakespeares Frau handelt. Zu seinem wirklichen Geburtshaus, in dem er auch seine ganze Jugend verlebte, kommen wir erst später…
Nun gut, es ergab sich also, dass wir eine geraume Zeit warten mussten, bevor wir eingelassen wurden. Wir nahmen es mit Humor und einem zweiten Kaffee und warteten.
Zwischen zwei Schülergruppen bekamen wir dann tatsächlich die Gelegenheit das Cottage  von innen zu besuchen. Zu sehen gab es ein Haus in recht gut erhaltenen Zustand des 16. Jhrds mit Möbeln und allem was das gehört. Für historisch und vor allem alltagsgeschichtlich interssierte Menschen wie mich, tatsächlich lohnenswert. Auch wenn das Vergnügen recht schnell beendet ist. Das Haus verfügt erwartungsgemäß nur über wenige Räume, so dass nur wenig zur Verfügung steht was präsentiert werden könnte.
Als wir das Cottage hinter uns gelassen hatten, machten wir uns auf in die Stadt um noch Wills Geburtshaus und das „New Place“ ein Haus welches er selbst erwarb, als er schon zu Ruhm gekommen war, zu besichtigen.
Vor dem Geburtshaus ein Bild des Horrors. Schülergruppen verschiedenster Nationalitäten. Ein wahrer Mob! Wir befürchteten das Schlimmste.
Doch anscheinend hatten wir Glück und die Gruppen standen nicht vor dem Museum herum um eingelassen zu werden, sondern weil sie ihre Besichtigung schon beendet hatten.
So konnten wir uns in Ruhe die kurze als Multimedia Show gestaltete Einführung ansehen und anschließend das Geburtshaus an sich besuchen.
Auch hier ein altes Gebäude in weiten Teilen im original Zustand was die Bausubstanz betrifft, ausgestattet mit größtenteils rekonstruierten Möbeln die einem sehr anschaulich vor Augen führen, wie die Familie Shakespeare einmal gelebt hat.
Unsere letzte Station auf der Shakespeare Tour war das New Place. Wie sich herausstellte nicht das Haus Shakespeares, sondern das Nachbar Haus. Wills Haus wurde zu historischen Zeiten abgerissen. Der Platz an dem es Stand ist heute ein Garten. Die Besichtigung war mäßig interessant. Ein altes Haus.
Anschließend bestiegen wir unseren Bus um England hinter uns zu lassen und auf dem Weg nach Holyhead, noch Wales zu durchqueren.
Und ich muss sagen die Entscheidung war genau richtig. Die Landschaf wurde immer wilder und hügeliger. Das liebliche Südengland war zwar in so fern sehr schön, als das jedes Dorf wie aus einem Barnaby Krimi entsprungen erscheint. Die Landschaft an sich empfinde ich aber als langweilig.
Ganz anders Wales. Zwar kannte ich Wales zwar schon von einem Besuch vor vier Jahren, doch hatten wir uns für unsere Durchquerung bewusst Straßen ausgesucht, die durch Täler über Pässe an Seen zum Meer führten. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Landschaft breitete sich malerisch vor uns aus und so langsam stellte sich bei mir auch Urlaubsfeeling ein.
Unser Tagesziel war Tywyn, welches im Reiseführer als lohnenden Ziel angepriesen wurde. Meiner Meinung nach ist es das nicht. Wir nächtigten im Nachbar Ort einem hübschen Hafenstädtchen. Dort ergatterten wir einen Stellplatz direkt am Meer, so dass wir nach einem Besuch im Pub und dem Genuss mehrerer lokaler Ales zufrieden, mit dem rauschen des Meeres im Ohr in unsere Schlafsäcke sanken.
USA 2012 – Tag 12. Vitamin Water

Mein Tag beginnt mit Kopfschmerzen. Carbombs sind wirklich „bombing“. Aber dank Donalds Geheimrezept: „Vitamin Water“, ein Wundermittel in Form eines halben Liters einer Art Energy Drink mit Vitaminen und Mineralien, lies sich der Hangover bewältigen (Etikett lesen lohnt).

  Lunch hatten wir im Kill Devil Hills Grill, einem super Diner im sechziger Style. Anschließend sind wir zum Wrights Monument. Leider begann es stark zu regnen und so konnten wir uns nur das Museum anschauen, welches sehr altmodisch war. Die beiden Wirights waren schon echte Spinner und Pioniere. Besessen von einer Idee saßen sie in den Dünen der Outer Banks und tüftelten am ersten aus eigener Kraft, also nicht gleitend, fliegenden Flugzeug. Der erste erfolgreiche Flug dauerte zwar nur 12 Sekunden, war aber der Grundstein an dem eine rasende Entwicklung ihren Anfang nahm.

Auf der Rückfahrt sah es erst zu aus, als hätten wir was die Unwetter angeht Glück, dann traf es uns aber doch so heftig, dass wir die Autobahn verlassen mussten. Der Regen war so stark, dass man die Straße nicht mehr sehen konnte. Die befürchteten Tornados blieben aber aus.

Morgen geht’s dann auf eine weitere lange Tour. Vier Stunden in die Berge um das berühmte Anwesen Biltmore House, der superreichen Familie Vanderbilt mit seinen 250 Zimmer zu besichtigen. Ich bin sehr gespannt!

Die Einzelne Tage:

USA 2012 – Tag 11. Piraten Insel und Irish Carbomb

Heute standen drei Programmpunkte im Kalender: 1. Besuch des Cape Hatteras Lighthouse. 2. Besuch der Insel Ocracoke und dort Besuch des Blackbeard Museum. 3. College Basketball Game Carolina Tar Heels gegen Ohaio im Goombays schauen.

Das Lighthouse war ein schönes Photomotiv. Leider nicht viel mehr, da wir es nicht besteigen konnten. Es hatte noch geschlossen, da wir uns in der off season befanden. Es gab zwar ein kleines Museum, aber das gab nicht allzu viel her. Faszinierend war aber, dass der Leuchtturm vor etwas mehr als zehn Jahren komplett versetzt wurde, da er abzustürzen drohte.

Die 45 minütige Überfahrt nach Ocracoke war wunderschön. Großartiges Wetter. Alles was zum perfekten Glück fehlte waren Liegestühle und ein kühles Bier.

Auf Ocrakoke angekommen wartete eine große Enttäuschung auf uns. Das Blackbeard Museum hatte geschlossen. Off season. Wir machten uns also auf die Insel zu erkunden. Es ist sehr schön dort und mit Sicherheit ein wunderschöner Urlaubsort im Sommer. Aber jetzt gab es nicht viel zu sehen. Auch die Suche nach etwas essbaren gestaltete sich zuerst etwas schwierig. Fündig wurden wir in einem kleinen Restaurant, direkt am Hafen. Und dort habe ich den vielleicht besten Burger meines Lebens gegessen. Black Angus Beef, medium done, mit American Cheese und Bacon. Dazu Chips und ein kleiner Salat. Alles frisch, alles homemade und eine Geschmackseplosion! Großartig. Somit hatte sich der Ausflug in jedem Fall gelohnt.

Abends war ein Basketball Spiel in der College League. Diese Spiele sind sehr populär, da sie sehr spannungsgeladen sind (es wird wohl immer knapp) und viele Teams gegeneinander antreten.

Heute spielten die Carolina Tar Heels gegen die Ohio Budcats. Natürlich waren wir für Carolina und gingen wieder ins Goombays um es im Fernsehen sehen zu können. Das Spiel war sehr spannend und wurde erst in der Nachspielzeit in den letzten Sekunden entschieden. Während und vor allem nach dem Spiel  kam es zu wunderbaren Verbrüderungsszenen der anwesenden Gäste, wie es wohl nur in dem Nationalitäten Schmelzkessel USA passieren kann. Wir waren Locals  (Tätowierte Piraten Nachfahren, mit ziemlich schrägem Dialekt) von den Outer Banks, französisch stämmige Personen, ein irisch stämmiger, ein halb Amerikaner/Deutscher, ein Mexikaner und ich. Die Tar Heels gewannen das Spiel, was natürlich gebührend gefeiert wurde.

Der Koch des Goombays schloss sich der Feier an und ich lernte zwei neue Drinks kennen: „Double Bourbon Ginger“, was selbsterklärend ist. Und obwohl ich eigentlich bisher kein Fan von Bourbin war, muss ich meine Einstellung wohl noch mal überdenken. Der Drink ist vorzüglich.

Der Zweite Drink war „Irish Carbomb“ der etwas verwirrende und in Irland sicherlich nicht gerne gehörte Name umschreibt eine wirklich verheerende Kombination. Ein halbes Glas Guiness, dazu bekommt man ein Whisky Glas halb Jameson, halb Bailys. Das Whisky Glas wird im Guiness versenkt und die Kombination dann sofort in einem Zug getrunken. Es schmeckt ein wenig nach Schokolade. Und macht ziemlich betrunken. Eine Erfahrung, die interessant ist aber nicht unbedingt zu widerholt werden muss.

Auch mir war es möglich meinen Gastgebern etwas Neues beizubringen. Im Goombays hängt ein Schild „Ouer housewine is Jägermeister“. Jägermeister ist den USA ziemlich hipp und dadurch auch teuer ($ 4,5 ein Shot) und so konnte ich einem interessierten Publikum erläutern was der Name Jägermeister bedeutet und woher er kommt.

Der Abend endete mit rührenden Abschiedsszenen. Ich musste fest versprechen wieder zu kommen.

Am Ende war ich froh es ins Bett geschafft zu haben. Morgen werden wir uns das Gebrüder Wright Memorial anschauen und zurück nach Chapell Hill fahren. Es gibt eine Unwetter und Tornado Warnung für die Gegend durch wir zurück fahren. Ich bin gespannt. Meine amerikanischen Begleiter eher etwas besorgt. Mal sehen was passiert.

 

Die Einzelne Tage:

USA 2012 – Tag 6. Die Cotton Plantage

Heute kannte ich das Plastikfrühstück schon und traute ich mich somit wieder etwas Neues zu versuchen. Ein Pancake aus einer Pancake Maschine. Ein länglicher Apparat. Man drückt einen Knopf und nach ca. einer Minute fällt dir ein frisch gebackener Pancake auf den Teller. Er schmeckte erstaunlich gut.

Danach packten wir unsere Sachen zusammen, denn heute war auch der Tag gekommen Charleston wieder zu verlassen. Erst geht es zurück nach Charlotte und morgen werde ich Jay und Brita erst einmal verlassen, um mit Dennis (einer ihrer drei Söhne) zu ihm nach Chapell Hill zu fahren.

Nachdem wir das Hotel verlassen hatten wollten wir uns die Hunley anschauen. Den Weg hatten wir auch gefunden, mussten dann aber feststellen, dass  das Museum erst um 12:00 Uhr öffnen würde – obwohl wir Sonntag haben – eine Kontrolle der Öffnungszeiten der Plantation ergab, dass diese auch erst um eins öffnen würde. Brita kam dann auch drauf, warum. Wir sind im Bible Belt und dort geht man Sonntags in die Kirche und öffnet keine Museen für Touristen. War für uns natürlich ein wenig schade, aber im Grunde finde ich es gut, dass nicht alles dem Konsum unterworfen wird.

Wir nutzen die gewonnene Zeit für einen Besuch der Isle of Palms, einem schönen Sandstrand. Spaziertem am Wasser entlang und suchten Haifischzähne – Brita hat auch einen gefunden – und veranstalteten ein kleines Picknick.

Danach gings zur Plantation. Farmhaus Besichtigung, Rundfahrt über die ehemalige Plantage (ich habe einen Aligator gesehen!) außerdem gibt es in ehemaligen Sklavenhäusern, die ein wenig an irische Tagelöhner Hütten erinnern, eine Ausstellung über die Geschichte der Sklaverei.

Der Besuch interessant und hat sich in jedem Fall gelohnt auch wenn wir in knapp 2,5 Stunden durch waren. Die Hunley zu besuchen war nun zu spät geworden und so sitzen wir jetzt wieder im Auto auf dem Weg zurück nach Charlotte.

Die Einzelne Tage:

USA 2012 – Tag 5. Besuch auf dem Flugzeugträger

Mein fünfter Tag in den USA begann mit einem Kulturschock. Ich war etwas früher auf den Beinen wie meine Mitreisenden und ging schon einmal zum Frühstück. Der Frühstücksraum war relativ klein und es gab amerikanisches Frühstück. Also Bagels, Biscuits, Toast dazu Rühre Bacon und Gravy (Eine Art Pilz und Hackfleischsoße).  Und das alles auf Einweg Plastikgeschirr mit Plastik Besteck und Plastik Gläsern wie Kaffeebechern. Sämtliche Brotaufstriche in kleinen Plastik Döschen, keine Wurst und nur Streichkäse (im Platikdöschen). Das Geschirr nahm man nach dem Essen selbst vom Tisch und warf es weg. Ich muss gestehen, ich war etwas überrascht.

Gegessen habe ich Biscuit and Gravy, was wirklich gut geschmeckt hat.

Als Besichtungsprogramm hatten wir uns für heute den Patriots Point vorgenommen. Dort gibt es einen außer Dienst gestellten Flugzeugträger aus dem Zweiten Weltkrieg, ein nachgebildetes Navy Support Camp aus dem Vietnam Krieg, ein weiteres Kriegsschiff und normalerweise auch ein U-Boot zu besichtigen.

Außerdem starten von dort die Boote zum, auf einer Charleston vorgelagerten Insel gelegenen, Fort Sumter, welches eine bedeutende Rolle im Bürgerkrieg gespielt hat.

Fort Sumter markiert den Beginn der Kampfhandlungen in diesem Kapitel der Geschichte. Auf das Fort wurde der erste Schuss, der im Civil War gefallen ist, abgefeuert. Im Zuge der Kampfhandlungen und einer monatelangen Belagerung wurde das ehemals eindrucksvolle Fort in Grund und Boden geschossen. Nichts desto trotz lohnt eine Besichtigung, denn allein schon die Überfahrt auf den kleinen Touristenfähren macht Spaß. Auf dem Fort selbst hat man ca. eine Stunde Zeit alles zu besichtigen, was im Grunde viel zu kurz ist, da man alleine in den Außenanlagen eine Stunde verbringen kann. Und so hatten wir das Problem viel zu wenig Zeit für das wirklich gut gestaltete Museum zu haben. Ich kann also zukünftigem Besucher nur raten erst das Museum aufzusuchen und dann die verbleibende Zeit in den Außenanlagen zu schlendern.

Vor unserem Abstecher nach Fort Sumter hatten wir kurz die Naval Support Base besucht. Im Grunde nicht allzu spektakulär, außer man hat ein besonderes Interesse an Militär Hubschraubern, davon gibt es dort einige aus der Vietnam Ära. Ansonsten fühlt man sich in die bekannte Fernsehserie M.A.S.H. versetzt.

Der komplette Rest des Nachmittages gehörte der USS Yorktown. Der Flugzeugträger wurde nach dem Vietnam Krieg außer Dienst gestellt und wird seitdem als Museum genutzt. Ich dachte, wir könnten das Schiff locker in ein bis zwei Stunden abhaken und uns dann den verbleibenden Sehenswürdigkeiten zuwenden, vielleicht sogar noch das Stadtmuseum besuchen. Daraus wurde aber nichts. Auf dem Flugzeugträger gibt es so viel zu sehen und entdecken, dass man locker zwei Tage dort verbringen könnte. Man kann die Unterkünfte erforschen, in den Maschinenraum hinabsteigen. Die Brücke erklimmen, das Flugdeck bewandern und, und, und…

Nach stundenlangem Aufenthalt, als das Museum um 6:30 Uhr schloss, haben wir uns schließlich geschlagen, ohne alles besichtigt zu haben.

Mit schmerzenden Füßen genehmigten wir uns ein Steak als Abendessen bei Longhorns. Ich hatte für mich beschlossen, dass ich zum Essen ein Bier verdient hätte und wurde von der Kellnerin tatsächlich nach meiner ID-Card gefragt. Kleine Anmerkung für alle die nicht wissen wie alt ich bin. Ich werde im April 35! Dementsprechend bescheuert muss ich aus der Wäsche geguckt haben, denn augenblicklich brachen alle am Tisch in schallendes Gelächter aus. Die Kellnerin nahms mit Humor und nachdem sie meinen Führerschein gecheckt hatte bekam ich auch mein Bier.

Die Steaks waren OK, aber nicht großartig und kein Vergleich mit den Steaks, die man im Deutschhaus in Saarbrücken bekommt.

Nichts desto trotz waren wir gut gesättigt und entschieden uns zu einem kurzen Nachtspaziergang durch Charleston um die Stadt im dunkeln bei brennenden Gaslichtern zu bewundern, was sich als absolut gute Idee erwies. Charleston war nachts als fast noch schöner als tagsüber. Die Straßen waren menschenleer, alles in friedlich und ruhig und die hübschen Häuser waren in das warme Licht flackernder Gaslaternen getaucht.

Anschließend gings ins Bett um am heutigen Tag früh aufzustehen und Boonhall Plantation und das Civil War U-Boot Hunley zu besichtigen.

Die Einzelne Tage:

Wow, ich bin noch total geflashed. Der heutige Tag war der absolute Hammer! Charleston ist unglaublich! Aber alles der Reihe nach.

Auch dieser Tag begann für mich in aller Frühe. Wir wollten um 8.30 Uhr los fahren um recht früh in Charleston zu sein. Auf dem Weg war ein Frühstück in einem Bagels-Laden geplant. Schließlich musste ich ja mal ordentliche Bagels essen.

Nunja, ich war wieder um 6.00 Uhr wach und so war das Einhalten der Abfahrtszeit für mich kein Problem.

Das Frühstück gab es in Form eines egg & cheese Bagels bei Bruegger’s und ich muss sagen, dass war wirklich eine ganz andere Klasse Bagel, als das was man in Deutschland kennt. Wirklich gut. Da morgen St. Patricks Day ist hatten sie sogar grüne Bagels. Leider hatte ich es zu spät entdeckt und konnte somit keinen probieren.

Weiter ging es zu der knapp 3,5 stündigen Fahrt nach Charleston. Dort angekommen schnell ins Hotel eingecheckt (Yeah! Ich habe Free Wifi!!) und auf gings in Downtown.

Schon die Fahrt in die Innenstadt und die dabei am Straßenrand zu sehenden Häuser ließen Großes vermuten, aber als wir an der Bastion, ganz im Süden von Charleston unser Auto verließen, hat es mich fast umgehauhen. „Vom Winde verweht“ lebt in dieser Stadt. Es ist der Wahnsinn. Ein lebendiges Museum. Unglaublich schön. Aber was rede ich viel, schaut euch die Bilder an:

Nachdem wir nach knapp drei Stunden zu Fuß Erkundung glücklich und total überwältigt wieder am Auto eintrafen taten mir doch etwas die Füße weh. Aber die wahnsinnig schönen Häuser waren jeden Schritt wert. Ich hoffe morgen noch mehr sehen zu können und vlt. einen Eindruck in Dunkelheit sammeln zu können, denn vor vielen Häusern brennen flackernde Gaslaternen, es muss nachts wunderschön sein.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Schlenker durch die ärmeren Viertel. Der Unterschied ist, wie zu erwarten war, gravierend…

Zum Abendessen konnte ich meinen kulinarischen Horizont ein weiteres Mal erweitern. Es besuchten ein traditionelle Südstaaten Bar-BQ. D.h. ein Buffett mit allen nur denkbaren Salaten, Pork BBQ, fritiertem Hänchen, Catfish und haufenweise anderen leckeren und fettigen Dingen. Dazu, wie es sich gehört, Icetea.

Ich aß einen riesigen Salat, ein wenig Chicken und Pork BBQ – und probierte den Catfish, schließlich soll dieses Gericht typisch für die Gegend sein. Und obwohl ich eigentlich keinen Fisch mag, muss ich gestehen, dass es gar nicht so schlecht war.

Morgen setzen wir unsere Erkundung der Gegend rund um Charleston fort. Ich bin gespannt was mich erwartet…

 

Die Einzelne Tage:

Der heutige Tag begann mit einem amerikanischen Frühstück, fresh toasted Bagels und verschiedene Aufstriche, die ich allesamt nie in meinem Leben gegessen hatte.  Eine geschmackliche Mischung aus Frischkäse und Marmelade. Ich muss zugeben, es schmeckte nicht schlecht, auch wenn ich vermute, dass es deutlich mehr Kalorien hatte, wie ich normalerweise bei einem Frühstück zu mir nehme. Langsam befürchte ich, dass ich mit deutlich mehr Kilos auf den Rippen heim komme, wie ich los geflogen bin…

Nach dem Frühstück brachen wir zu einem Ausflug auf. Erste Station „Whitewater“ ein künstliche Wildwasser Strecke, mit weiteren Sportmöglichkeiten, wie Klettern, Mountainbiking, etc. Bietet enorme Möglichkeiten im Teambuildingbereich.

Es sah nach einer Menge Spaß aus und ich hab mir vorgenommen bei meinem nächsten Besuch eine Fahrt zu wagen. Wir unternahmen aber nur einen Spaziergang und fuhren dann weiter zu Kings Mountain. Einem Battlefield aus dem Revolutionskrieg 1781. Kings Mountain war der Wendepunkt im Revolutionskrieg. Die amerikanischen Patrioten besiegten die britischen Loyalisten und vernichteten an einem Tag ein Drittel der britischen Militärausrüstung.

Auf dem Weg dorthin gabs einen Mittagssnack bei KFC und dabei hatte ich die Gelegenheit eine Spezialität des Südens zu Kosten. Biscuit und Potato Wedges. Beides völlig anders als bei uns und total Lecker.

Zum Schlachtfeld gehört ein kleines Museum mit einem sehr gut gemachten Einführungsfilm, sowie ein beschilderter Spaziergang über den Hügel auf dem Schlacht stattfand.

Das Museum, wie der Film sind sehr gut gemacht, sehr anschaulich, gut aufbereitet, so dass man auch ohne jegliche Vorbildung auf dem Gebiet dem Inhalt hervorragend folgen konnte. Und ich würde sagen, dass ich jetzt wirklich ein Stück schlauer bin. Leider habe ich versäumt im Museum Fotos zu machen.

Für mich war dieses Erlebnis gleich doppelt interessant; Seit fünf Jahren erzähle ich meinen Studenten wie gut in Amerika Geschichtsdarstellung gemacht wird und das die Amerikaner gerade auf dem Gebiet der Living-History einige Jahre voraus sind und nun hatte ich quasi zum ersten Mal in einem Leben die Gelegenheit ein amerikanisches Museum von innen zu sehen (sieht man von der Miniausstellung gestern einmal ab). Im Grunde wurden alle meine Vorurteile im positiven Sinne bestätigt. Die erklärenden Texte waren nicht zu lang, gut verständlich geschrieben. Eine auch für Ausländer sehr gute Besonderheit war, dass alle Texte sowohl wir Blinde, wie für Gehörlose aufbereitet waren. D.h. alles war sowohl gedruckt wie vorgelesen und alle Filme untertitelt.

Alles in allem ein wirklich interessantes Erlebnis für mich.

Auf dem Rückweg nahmen wir statt der Autobahn kleinere Straßen über Land und Jay und Brita zeigten mir Mill Houses – alte Arbeitersiedlungen, deren ehemaligen Fabriken längst geschlossen sind. Außerdem ein original Fish Camp, was gleichzeitig auch das älteste ist. Ein Fish Camp ist ein traditionelles Fischrestaurant des amerikanischen Südens.

Ein weiteres Highlight war Tonys Icecream. Cookie and Cream und Cookie Dough. Grandios. Ich hätte darin baden können.

Morgen gehts nach Charlston. Und ich freue mich schon total. Es soll eine wunderbare Stadt sein, die sehr historisch ist und in der man den Spirit des Südens atmen kann.

Die Einzelne Tage:

Nachdem ich gestern aufgrund von Jetlag doch recht früh im Bett verschwunden war und auch geschlafen hatte wie ein Kleinkind, war ich morgens um 5.30 Uhr wach.

Angekündigt war mir ein „Deutsches Frühstück“ und ich muss gestehen, ich wurde nicht enttäuscht. Mich erwartete eine große Auswahl an Wurst und Käse und dazu gab es Brötchen und sogar Schwarzbrot. Brita (die Cousine meiner Mutter) hatte sich selbst übertroffen. Wobei ich gestehen muss, dass ich mich mehr auf morgen freue, da soll es ein echtes amerikanisches geben. Und ich bin total neugierig…

Nach dem Frühstück verbrachte ich noch eine Stunde in der Sonne auf der Terrasse und genoss die sommerlichen Temperaturen. Wir haben aktuell 25°C und damit für deutsche Verhältnisse schon fast Hochsommer. Wunderbar! Dadurch konnte ich am eigenen Lein erfahren, warum der echte Südstaatler immer eine Basecap (oder ähnliches) auf dem Kopf hat. Die Sonne ist so grell, dass der Schirm tatsächlich den Augen wohltuenden Schatten gibt. Ich hatte keine mitgebracht und wurde deswegen sofort mit einer echten amerikanischen ausgestattet.

Dann packte mich Jay (Britas Mann, ein geborener Amerikaner) für eine Tour kreuz und quer durch Carolina in seinen Pickup Truck . Er zeigte mir einen Zipfel South Carolina, ein Museum zu Ehren des ehemaligen Präsidenten Pock (oder so, ich habe zu meiner Schande schon den Namen vergessen) mit einer tollen rekonstruierten Farm aus der Mitte des 19. Jahrhundert. Mit Wohnhaus, kompletter Einrichtung , Küchenhaus mit Einrichtung sowie einem kleinen Museum mit Alltagsgegenständen. Außerdem Charlotte, mit Hauptstraße, Nebenstraßen sowie den Friedhof. Dabei erzählte er mir auf seine unvergleich heitere und witzige Art einiges über die Geschichte, soziale Probleme, sowie die ein oder andere Anekdote. Auch wenn es mir (noch) schwer fällt seinen Südstaaten Akzent komplett zu verstehen (ich brauche wieder ein paar Tage um mich ein zu hören), weiß ich jetzt, dass Charlottes Geschichte zurück geht bis ins 17. Jhrd. Allerdings wächst die Stadt rasend schnell, so dass viele alte Häuser abgerissen werden um neue, mehrstöckige, sowie Hochhäuser zu errichten. Ich lernte auch was „Shotgun Houses“ sind. Kleine Häuser, die meist nur drei Zimmer in einer Flucht haben und die zur Zeit der Seperation von den farbigen Einwohnern, der Schwarzenviertel bewohnt wurden. „Shotgun“ deswegen, weil man, wenn man die Haustür öffnet mit einer Schrotflinte durchs ganze Haus schießen kann. Die Namensgebung sagt an sich schon viel aus…

Mein zweiter, nun ausführlicher Eindruck der Gegend hier – Mecklenburg County – ist geprägt von Einkaufszentren und Fast Food Läden. Es gibt sehr schöne Wohnsiedlungen, weitläufig mit viel Grün und teilweise sehr altem Wohnbestand bebaut mit pittoresken Holz und Backsteinhäuschen und dazwischen Shoppingmalls so weit das Auge reicht. Oft hatte ich den Eindruck, es gibt mehr Läden als Wohnhäuser. Natürlich nur, wenn man die zahlreichen Kirchen nicht als Wohnhäuser zählt.

Eines dieser Geschäfte haben wir auch besucht. Einen so genannten Red-Dot Store. Ein Geschäft mit der Lizenz Schnaps zu verkaufen. Im Grunde ein Schnaps Supermarkt und im selben Gebäude Tür an Tür noch ein Bier und Wein Supermarkt. Riesig, mit allen Alkoholika die man sich wünschen und vorstellen  kann. Ein Paradies für Alkohol-Liebhaber. (Kleine Nebeninfo: Die Liter Flasche Jägermeister kostet über 40.- Dollar)

Abends gabs dann zur Feier von Jays Geburtstag ein kleines amerikanisches Grillfest mit Pork Chops, Pasta Salad, Backed Beans and Beans Salad. Alles absolut lecker.

Morgen erwartet mich das amerikanische Frühstück, sowie ein Ausflug zum Kings Mountin. Einem bedeutenden Schlachtfeld aus den Revolutionskriegen.

Die Einzelne Tage:

Ende Dezember hatten wir unsere 20’er Jahre Party „Back to the Twenties“ im Deutschen Eisenbahnmuseum in Nürnberg. Die Location ist genial. Zur Auswahl stehen mehrereVeranstaltungsräume, wir waren im Hofzugsaal mit insgesamt knapp 60 Personen. Der Saal bietet eine wunderschöne Kulisse aus original Waggons des königlichen Hofzuges von König Ludwig II, sowie dem Salonwagen von Bismarck.


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