«Neuigkeiten aus der Agentur»

Ein Leben im Flow Teil 1: Flow – Was ist das eigentlich?

31 März 2014,   Von ,   3 Kommentare

Warum schreibe ich diesen Blog?
Meiner Dissertationsthema waren die Randbedingungen und Konsequenzen des Flow-Erlebens und ich gebe bereits seit mehreren Jahren Seminare zu Flow-Erleben im Beruf. Da dachte ich mir, es wäre doch langsam an der Zeit zu diesem interessanten, wie auch nützlichen Thema eine Blogreihe zu verfassen. Ein weitere Grund ist die Motivation zu diesem Thema neben den vielen pseudowissenschaftlichen Artikeln in verschiedenen populären Zeitschriften auch einmal einfach geschriebene Informationen bereitzustellen, die trotzdem nach momentanem Forschungsstand Hand und Fuß haben. Deshalb werdet ihr in den Blogs auch immer wieder Literaturhinweise zu wissenschaftlichen Publikationen finden. Ja, ich stehe dazu ich habe mir das nicht alles selbst ausgedacht ;-). Da der Begriff Flow inzwischen leider etwas inflationär gebraucht wird, ist es wichtig gleich vorab zu erwähnen, dass ich hier über das psychologische Phänomen des Flow schreibe. In meinem heutigen Blog werde ich zunächst Vorstellen was man eigentlich definitorisch unter Flow-Erleben versteht und woher der Begriff kommt.

Vorbemerkung für alle Zweifler
Es gibt immer wieder Menschen in meinen Seminaren, die den Begriff Flow hören und dann schnell meinen, dass es sich hier um irgendein neues Modewort oder einen esoterischen Schnickschnack handelt. Anders als der reißerisch klingende Begriff oder diverse populärwissenschaftliche Veröffentlichungen vielleicht vermuten lassen, ist die Flow-Theorie in der psychologischen Forschung seit Jahrzenten ein wichtiger Forschungsgegenstand, im Feld wie auch experimentell (Csikszentmihalyi, 1975; Nakamura & Csikszentmihalyi, 1989, Moller et al. 2009). Allein in meiner Forschergruppe um Prof. Dr. Johannes Keller wurden die Grundannahmen der Flow-Theorie bereits vielfach experimentell bestätigt und die Ergebnisse der Studien in namenhaften Journalen veröffentlicht (z.B. Keller & Bless, 2008; Keller & Blomann, 2008, Keller et al. 2011).

Flow – Was ist das eigentlich?
Der Wissenschaftler Mihalyi Csikszentmihalyi ist bei seiner Forschungstätigkeit zu Motivation und Glück schon vor über 30 Jahren darauf gestoßen, dass Menschen Situationen in denen sie tiefe Freude und Glück erleben, mit sehr ähnlichen Worten beschreiben. Diesem Zustand hat Csikszentmihalyi (1975) aufgrund der häufigen Schilderung eines Gefühls des „Fortgetragenwerdens“ und der völligen Mühelosigkeit den Namen Flow (= fließen, strömen) gegeben.

Definitorisch kann man in einem Satz den Flow-Zustand als das reflexionsfreie, gänzliche Aufgehen in einer glatt laufenden Tätigkeit, die man trotz hoher Beanspruchung noch unter Kontrolle hat, beschreiben. Das klingt vielleicht etwas kryptisch, wird aber noch verständlich, wenn wir uns genauer mit diesem Erlebenszustand beschäftigen.

Ausblick auf den nächsten Blog
Wissenschaftlich betrachtet ist Flow ein Konstrukt aus der Motivationspsychologie und steht in engem Zusammenhang mit intrinsischer Motivation. Daher folgt im nächsten Blog ein kurzer Exkurs zu intrinsischer vs. extrinsischer Motivation, bevor wir in weiteren Blogs richtig in den Flow einsteigen.

Hier gehts zu Ein leben im Flow Teil 2

 

Seminare und Vorträge zum Thema Flow

3 Kommentare:

  1. Als Structogram -Master -Trainer, der sich mitverantwortlich fuer ein globales System der Aus und Weiterbildung mit der genetischen Basis menschlichen Verhaltens beschäftigt, kann ich die Aussagen von Herrn Blomann nachhaltig stuetzen. Flow ist keine abstrakte Theorie sondern erfahrbare Wirklichkeit, die Möglichkeit dazu lebt in uns. Motivation ist die evolutonaere Grundlage des Ueberlebens, wir alle besitzen davon im Uebermass. Diese Grundlage zu nutzen bedarf es fachgerechter Anleitung. Die Kombination des Erkennens von angeborenen Grundfaehigkeiten mit der Umsetzung individueller Potenziale bringt uns zu groesserer Uebereinstimmung des Tun und des Wollen, laesst die persoenliche Lebensqualitaet explodieren, laesst uns flow fuehlen.

  2. […] Erschreckend, aber sas wundert nicht, da in den meisten Unternehmen leider immer noch zu viel Augenmerk auf extrinsische Anreize und zu wenig auf die viel wirksameren intrinsischen Motivatoren gelegt wird. Dabei ist es inzwischen vielfach wissenschaftlich abgesichert, was Menschen wirklich nachhaltig motiviert – z.B. regelmäßige Flow-Erlebnisse. Und diese sind leicht herzustellen, wenn man ein dafür förderliches Arbeitsumfeld schafft. (Bei Interesse mehr dazu in meinem Blog) […]

Schreibe einen Kommentar







Suche
Aktuelle Beiträge
Besonders Lesenswert
Kontakt

BÜRO SAARBRÜCKEN

Telefon: +49-681-70 20 681

BÜRO KARLSRUHE

Telefon: +49-7202-3909969

POSTANSCHRIFT

Agentur Erlebnisraum GmbH
Mainzer Str. 187
66121 Saarbrücken
mail@agentur-erlebnisraum.de