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Der Frack – Die erste Garnitur

08 März 2013,   Von ,   1 Kommentare

Heutzutage begegnet er einem nur noch selten, der Frack, die erste Garnitur im Kleiderschrank des Gentleman. Doch was ist das eigentlich für ein Kleidungsstück, welches die meisten nur noch von der Berichterstattung des Opernballs her kennen? Wie sieht er aus? Wann trägt man ihn? Welche Accessoires gehören dazu?

In seiner ursprünglichen Form war der Frack kein besonderes Kleidungsstück, welches von jungen englischen Adeligen im 18. Jahrhundert zu informellen Anlässen getragen wurde. Dieses noch eher Gehrock – artige Kleidungsstück war von der Brust abwärts offen, durch einen schrägen Schlitz bis unten zum Saum, ähnlich dem späteren Morning Coat. Einige Exemplare waren zum Reiten gedacht, so entstand die horizontale Aussparung über der Gürtellinie mit den abgesetzten Schößen, wie es heute noch für den Frack typisch ist.

Dieser Schnitt setzte sich immer mehr durch und so wurde der Frack im späten 18. und im frühen 19. Jahrhundert zu einem populären Kleidungsstück.

Ab 1850 setzte der Frack sich als Abendgarderobe durch und wurde schließlich nur noch zu besonderen Anlässen getragen. Bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts war der Frack das obligatorische Kleidungsstück bei hochklassigen Abendveranstaltungen, Staatsempfängen und anderen wichtigen Ereignissen. In den Zwanziger und Dreißiger Jahren wurde er immer mehr vom Smoking verdrängt.

Auch wenn der Frack heute eher selten getragen wird, hat er seinen Stellenwert als erste Garnitur beibehalten, allerdings ist der sogenannte Frackzwang, wie beim Wiener Opernball oder bei der Verleihung des Nobelpreises eher selten geworden.

Oft trägt man auch bei hochoffiziellen Veranstaltung den Smoking, welcher vom offiziösen Charakter her eigentlich hinter dem Frack rangiert aber vor dem „normalen“ zwei – oder dreiteiligen Anzug, welcher heute meist als ausreichend empfunden wird.

Seit der Frack sich als Abendgarderobe durchgesetzt hat, haben sich Schnitt und Trageweise nur unwesentlich verändert. Zum ordentlichen „white dress“ sind mehrere Kleidungsstücke obligatorisch, um das Outfit komplett zu machen.

Zuerst wäre da die Frack – Jacke mit der waagerechten Aussparung über der Gürtellinie, den beiden Schößen und einem Spitzrevers. Fräcke mit Schalrevers bilden heute die Ausnahme. Die Jacke kann nicht geschlossen werden und wird somit offen getragen. Als Stoff empfiehlt sich reine Schurwolle (wie eigentlich bei jedem anständigen Anzug).

Die Frackhose sollte aus dem selben Material bestehen, ist hoch geschnitten und an den Seiten mit zwei seidenen Galonstreifen versehen. Sie wird mit Hosenträgern in Position gehalten. Ein Gürtel zum Frack verbietet sich selbstverständlich.

Schwarze Lackschuhe sind zum Frack ebenso obligatorisch, wie knielange Strümpfe. Denn Bein zu zeigen gilt als unschick. Das Frackhemd stellt ebenfalls eine Besonderheit das, denn es wird ausschließlich zum Frack getragen und ist nicht mit dem Smokinghemd zu verwechseln. Ein Frackhemd sollte aus weißer Baumwolle bestehen. Die Hemdbrust ist aufgesetzt und besteht aus Baumwollpiqué, welches durch Stärken versteift wird. Die Ärmel sind mit einfachen Manschetten versehen, welche mit Manschettenknöpfen verschlossen werden. Die Hemdbrust wird auch nicht mit bereits angenähten Knöpfen verschlossen, sondern hat lediglich 2-3 Knopflöcher, welche sich überlappen. Spezielle Frackhemdknöpfe werden dort eingebracht und mit Hilfe eines Splints oder einer Art Tellerschraube befestigt.Diese sind meist vergoldet und vorne mit Perlmutt besetzt. Jedenfalls sollten Hemdknöpfe und Manschettenknöpfe aufeinander abgestimmt sein. Mit der Kombination Gold und Perlmutt liegt man aber immer richtig. Der Kragen des Frackhemds ist ein sowohl ein Steh – als auch ein Kläppchenkragen. Bei einigen Modellen ist der Kragen separat und wird mit sogenannten Collarstuds am Hemd befestigt. Heute ist das aber eher selten der Fall und der Kragen ist i.d.R. Bestandteil des Hemdes.

Über dem Hemd, bzw. unter der Jacke trägt man eine weiße Frackweste, nur im Trauerfall eine schwarze. Diese Weste ist ebenfalls, wie die Hemdbrust, aus Piquéstoff gefertigt und schließt mit der Hemdbrust ab, so dass die Vorderseite, die unter der Jacke sichtbar wird, einheitlich in Piqué erscheint. Die Weste überlappt den Hosenbund und schließt entweder mit der Frackweste ab aber kann auch, je nach Schnitt, unter dieser ein Stück hervorschauen. Die Weste ist eine der wenigen Möglichkeiten, neben Manschetten – und Hemdknöpfen, um dem Frack etwas Individualität zu verleihen. Sie kann ein- oder zweireihig sein, auch das Revers darf variieren. Sie ist immer rückenfrei und die Knöpfe sind ebenfalls aus Perlmutt gefertigt.

Die Fliege zum Frack ist weiß und sollte ebenfalls aus Piqué gefertigt sein. Lediglich Kellner und Dienstpersonal tragen eine schwarze. Ein weißes Einstecktuch komplettiert das Outfit, ebenso eine goldene Taschenuhr, die aber beim Frack immer an der Hose getragen wird, niemals an der Weste.

Getragen wird der Frack übrigens immer erst nach 18.00 Uhr. Verlässt der Gentleman jedoch leicht derangiert im Morgengrauen die Baker Street, ist es ja genau genommen auch nach 18.00 Uhr und somit kein Fauxpas.

 

1 Kommentar:

  1. Nicht zu vergessen, dass zum Frack natürlich auch ein schwarzer Zylinder bzw. seine Klappvariante, der Chapeau Claque, gehören kann, ebenso wie der obligatorisch verchromte Knauf zum Klavierlack-Frackstock. In der Gegenwart sieht man Fräcke noch regelmäßig bei den Turnieren der Standardtänze sowie beim Dressurreiten.

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