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Dingle Way – Tag 5, wir verlaufen uns

31 Oktober 2012,   Von ,   4 Kommentare

Heute lag ein sehr ereignisreicher Tag vor uns. Die Nacht war nicht so erholsam, da die Betten ehrlich gesagt “für den A…” waren! Ich schlief im Stockbett unten, Hanno in dem Bett über mir und wir weckten und gegenseitig bei jeder Bewegung.
Das Frühstück genossen wir recht ausführlich mit einer schönen Aussicht auf das Meer.
Dann ging es los auf unsere letzte Etappe zurück nach Dingle.
Wir hatten vor einen alternativen Weg zu nehmen, um nicht die ganze Strecke entlang der Straße über den Connor Pass laufen zu müssen.
In Cloghane legten wir am Shop gegenüber der Kirche noch einen kurzen Stopp ein und kauften Zivilisationsgüter wie Schokoriegel, Cola, Batterien und Süßgebäck. Ich hatte einen Apfel-Karamell-Muffin, der so mastig war, dass man locker ein ganzes Dorf davon hätte ernähren können. Aber er war großartig.

Ein alter Ire, der gerade dabei war die Kirche von einer Hebebühne aus mit einem Hochdruckreiniger zu säubern, sprach uns an und wollte uns Tipps für die Strecke geben, allerdings hatte er zuerst nicht recht verstanden welche Richtung wir laufen wollten. Am Ende wünschte er uns, ebenso wie unser Herbergswirt und die Verkäuferin vorher, einfach nur “Good luck!”. Wir wurden schon etwas stutzig, da anscheinend jeder der Meinung war, wir hätten es nötig, doch versuchten wir uns nichts weiter daraus zu machen und machten und frisch gestärkt auf den Weg zum Pass. Die Straße zog sich in einer schier endlosen Geraden durch die Landschaft. Vorbei an einsam gelegenen Häusern und Seen. Am Ende des Tals erwartete uns ein wunderschön gelegender Hof. Zwar waren manche Gebäude verfallen, doch wurde der Hof nach wie vor bewirtschaftet.
In diesem Moment setzte der Regen ein und so suchten wir Schutz im Windschatten eines der verfallenen Häuser. Dort legten wir eine kurze Pause ein und machten uns regenfest. Bzw. versuchten es zumindest.
Der Regen begleitete uns während des gesamten Aufstiegs und entwickelte sich zu einem ausgewachsenen Sturm, so dass, als ich am Scheitel ankam nicht nur meine Schuhe wieder komplett durch waren sonder ich auch wieder bis auf die Unterhose durchnässt wurde. Wieder einmal Memo an mich: Wandern in Irland nur mit Regenhose! Poncho macht einfach keinen Sinn.
Einziger Trost, ich war nicht der einzige der durchnässt war.

Auf dem Pass wehte ein unglaublicher Wind, der einem bei jedem Schritt buchstäblich fast umwarf. So waren wir derart auf das vorwärst kommen konzentriert, dass wir uns ein wenig verlaufen haben und die Querung des Hanges etwas zu tief ansetzen, was dazu führte, dass wir die eigentlich geplante Strecke durch ein Seitental verpassten und ca. zwei Kilometer vom Weg abkamen. Hatten also all die gutgemeinten Wünsche des morgens nichts gebracht.

Es erwartete uns ein abenteuerlicher Abschnitt querfeldein über Heidekraut, vom Regen angeschwollene reißende Bäche und Stechginster – garstiges Zeug, erst jetzt zwei Wochen später habe ich die letzten Stacheln aus meiner Hand entfernt bekommen. Es ging Berg ab, Berg auf über Zäune, durch Sumpf, Moor und Bachbette, also Abenteuer pur. Und obwohl es anstrengend, Nass und schmerzhaft war, haben wir es in vollen Zügen genossen.
Am Ende erreichten wir einen Agrarpfad und über ihn die Straße nach Dingle.

 

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