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Krimischreiben in Italien – Tag 1 und 2

15 September 2012,   Von ,   1 Kommentare

Gestern war Ankunftstag in Farnese und ein gemeinsamen erstes Kennenlernen beim Abendessen. Neben den zwölf Kursteinehmern waren auch die Organisatoren, Georg Simader und Caterina dabei, die sich sehr umfassend um alle Belange der Teilnehmer kümmern und immer ein offenes Ohr für alle Fragen und Wünsche haben. Außerdem Bernhard Jaumann, Autor und einer der beiden Dozenten des Kurses. Robert Hültner, der zweite Dozent und ebenfalls Autor, ist heute morgen angekommen, und dann ging es auch schon gleich nach dem Frühstück mit einer kleinen Stadtführung los.

Farnese – beschauliches Städtchen oder Ort des Verbrechens?

Um auf kriminalistische Touren zu kommen, wurde uns empfohlen, „gemein“ zu sein, der freundlich wirkenden Stadtführerin Valeria nur Schlechtes zu unterstellen und hinter jeder pittoresken Ecke der hübschen kleinen Provinzstadt das Verbrechen zu wittern. Das Gleiche galt für den anschließenden Besuch einer kleinen Ölmühle, deren Besitzerin Stefania wir einer Befragung unterziehen durften, die weit über ihre tägliche Arbeit mit Oliven hinausging.

Ausgestattet mit Gerüchten, Vermutungen und vielen verwertbaren Eindrücken ging es dann nach dem Mittagessen gleich mit dem eigentlichen Kurs weiter. Bei der Vorstellung der einzelnen Teilnehmer wurden die extrem unterschiedlichen Voraussetzungen und auch Erwartungen der Gruppe, die sich beim Kennenlernen schon angedeutet hatten, erst richtig deutlich. Vom interessierten Schreibanfänger bis zum vor Ort recherchierenden Autor mit mehreren fertigen Krimi-Manuskripten in der Schublade sind so ziemlich alle Stufen der Vorbereitung vertreten. Ich zähle mich selbst eher zur ersterwähnten Spezies und bin äußerst gespannt, wie die Dozenten diese verschiedenen Vorstellungen unter einen Hut kriegen werden.

Wie wird eine Krimi-Kurzgeschichte aufgebaut?

Danach ging es dann ganz grundsätzlich um den Aufbau einer Kurzgeschichte. Grob gesagt muss es mindestens zwei Personen geben, einen Protagonisten und einen Antagonisten, die beide ein Ziel verfolgen, deren Ziele sich aber gegenseitig ausschließen, was zu einem Konflikt führt. Dieser Konflikt spitzt sich zu und wird schließlich in einer unerwarteten Wendung aufgelöst, der Pointe am Schluss der Geschichte. Natürlich gibt es davon unendlich viele Abwandlungsmöglichkeiten, aber im Groben soll so die Kurzgeschichte aussehen, die wir auf der Basis unserer heutigen Eindrücke in Farnese, der Stadtführung und des Interviews schreiben, und möglichst in drei Tagen fertig haben und abgeben sollen. Bis dahin werden wir noch einiges zum Aufbau von Figuren und Dialogen lernen, aber jetzt geht es erstmal darum, seine Kurzgeschichte möglichst in einem Satz zusammenzufassen.

Ich habe mehrere Ideen zu Geschichten, in der vielleicht die Ölmühlenbesitzerin, die Stadtführerin und noch mindestens eine weitere Person vorkommen, aber keine davon gefällt mir bisher gut genug, dass ich schon etwas Konkretes dazu sagen könnte. Wer am Ende wen ermordet, ist auch noch unklar, aber morgen sieht das vielleicht schon ganz anders aus.

Hier geht’s weiter mit Tag 3 des Krimikurses >>

 

Eindrücke aus Farnese

1 Kommentar:

  1. […] Hier geht’ weiter mit Tag 1 und 2 des Krimikurses >> […]

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