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Die nötige Kleidung für den Dingle Way

02 Juni 2012,   Von ,   5 Kommentare

 

Da wir uns für unsere Tour gegen eine Übernachtung im Zelt entschieden haben – wie schon erwähnt, wir haben ein paar Neulinge dabei – fällt ein Großteil der fürs Trekking nötigen Ausrüstung schon einmal weg. Wir planen jeden Abend in einem B&B unter zu kommen. Somit ist die Frage nach dem Frühstück, wie die Frage nach dem Abendessen auch schon geregelt. Was einiges an Gewicht spart.

Trotzdem gibt es natürlich einige unerlässliche Ausrüstungsgegenstände, die man für eine solche Wanderung im Besitz haben muss. Ich beginne mit der notwendigen Kleidung.

  • Angefangen bei den Wanderschuhen, oder Wanderstiefeln. Ich empfehle eindeutig Wanderstiefel mit einem über den Knöchel reichenden Schaft, der den Knöchel in schwierigem Gelände und im Falle eines umknickens gut stützt. Auf diese Weise lassen sich unangenehme Verletzungen und ein vorzeitiger Abbruch der Tour vermeiden.  Ob man sich allerdings für einen Leder, einen Gorotex oder ein Mischschuh entscheidet ist im Endeffekt Geschmackssache. Wichtig ist, dass der Schuh gut sitzt. Wasserdicht ist und am besten auch schon gut eingelaufen. Denn nichts ist unangenehmer als Blasen an den Füßen. Kleiner Tipp hierzu: Neue Schuhe kann man in den ersten Tagen mit zwei Socken über einander tragen. Eine möglichst dünne Socke und eine dicke Wandersocke darüber. Dann scheuert es zwischen den beiden Socken und nicht am eigenen Fuß.

 

  • Das Bringt mich zu den Wandersocken. Ich empfehle eindeutig sich echte Wandersocken zu zulegen. Auf KEINEN Fall Baumwollsocken, diese scheuern. Wandersocken vermeiden Blasen an den Füßen, da sie nahtlos gestrickt sind und an der Kappe und in der Ferse zusätzlich verstärkt. Wie viele Socken man für 4 Tage Wanderung benötigt hängt ein wenig von eigenen Sauberkeitsbedürfnis ab. Es soll Menschen geben, die eine Woche mit zwei Paar Socken auskommen. So oder so sind allerdings zwei Paar Socken, die Mindestanforderung, da ein Paar immer Nass werden kann und in Nassen Socken zu laufen ist gelinde gesagt unangenehm. Was das Material betrifft empfehle ich uneingeschränkt reine Wollsocken. Diese verhindern am effektivsten Schweißfüße. Der Porsche unter den Socken sind Merinowolle-Socken. Merinowolle stinkt nicht und trocknet extrem schnell.

 

  • Arbeiten wir uns am Körper von unten nach oben weiter. Nächstes wichtiges Ausrüstungsstück ist eine Hose. Diese sollte möglichst bequem sein. Da wir im Herbst unterwegs sind am besten nicht zu dünn.  Im Grunde reicht das schon. Wer möchte kann natürlich auch hier auf Funktionskleidung zurück greifen und sich eine Wanderhose zulegen. Diese verfügen in der Regel über verstärkte Knie und Gesäßpartien, sowie über diverse praktische Taschen. Außerdem sind sie schneller wieder trocken  wenn es einmal regnet als beispielsweise eine Jeans.

 

  • Kommen wir zur Unterwäsche. Auch hier gilt ähnlich wie bei den Socken. Wie viel Unterwäsche man für das eigene Sauberkeitsempfinden benötigt muss jeder selbst entscheiden. Mindestens zwei Unterhosen sind aber Pflicht, da eine nass werden kann. Ob man spezielle Funktionsunterwäsche haben möchte oder nicht ist auch eine Frage die jeder selbst beantworten muss. Der Nutzen liegt in scheuerfreien Nähten, besonders wärmenden Eigenschaften und schneller Trocknung. Meine Empfehlung auch hier: Merinowolle.

 

  • Wenn ich gerade bei Merinowolle bin. Natürlich kann man in jedem T-Shirt wandern. Aber auch hier gilt: Merinowolle riecht selbst nach mehreren Tagen des Tragens noch nicht, sie trocknet extrem schnell und ist sehr angenehm auf Haut zu tragen.

 

  • Über dem Shirt trägt man in der Regel am besten eine dünne Fleeceweste. Fleece ist leicht und warm und trocknet schnell. Darüber eine Fleecejacke oder Softshelljacke, die etwas wärmer ist als die Weste, wenn man es hat bietet sich eine Windstopper-Jacke (also winddicht) an. Darüber dann eine Regendichte Jacke. Wer schnell friert sollte sich zusätzlich mit langer Unterwäsche (auch wieder mein Tipp: Merinowolle) ausrüsten und vlt. Eine zusätzliche Daunenweste mitnehmen.

 

  • Zum weiteren Regenschutz, der in Irland unerlässlich ist, rate ich zu einem Hut mit Schirm, außerdem entweder einer Regenhose, oder Gamaschen und einem Regenponcho. Ein Poncho hat den großen Vorteil, dass er sehr leicht ist, ein geringes Packmaß hat und man unter ihm nicht ins Schwitzen kommt. Außerdem lässt er sich hervorragend als Sitzunterlage oder gar als Notzelt verwenden.

In meinem nächsten Blog behandle ich das Thema Ausrüstung.

Hier noch ein paar Links zum Thema Merinowolle, wenn ich schon das Loblied so laut singe, sollte ich auch die Probleme bei der Produktion hinweisen. Dazu empfehle ich den Artikel in www.hugsforhikers.com:

 

Links zum Dingle Way Projekt:

5 Kommentare:

  1. Alex sagt:

    Servus zusammen,

    hier mal meine Ausrüstungserfahrung für den Dingle Way (Achtung: Alles nur meine persönliche Meinung, also sehr subjektiv ;)):

    – Schuhe:
    Ich hatte Wanderstiefel dabei, dies war aber v.a. der Gepäcklast geschuldet, die ich für den kompletten Dingle Way mitgeschleppt hatte. Würde ich nur einen Teil des Dingle Ways laufen, so wie Ihr es vorhabt, würde ich wohl Wanderschuhe mit stabilerem Aufbau bevorzugen, v.a. da der Dingle Way über weite Strecken aus Teerstraßen und Forstwegen besteht. Wichtig ist v.a. eine weiche Sohle, also keine alpinen oder gar steigeisenfesten Schuhe zu verwenden. Mein Tipp: Zustiegsschuhe. Wenn es aber ein Stiefel sein soll, dann wirklich nur bis zum Label Trekkingstiefel gehen, keine Bergstiefel nehmen.

    – Bekleidung Außen:
    Als äußerste Schicht empfehle ich eine Regenhose inkl. Gamaschen (die unter der Regenhose getragen werden sollten, damit der Regen nicht an der Hose entlang unter die Gamaschen rinnt), sowie eine Regenjacke. Keinen Poncho, aber das ist nur meine Meinung. Lieber mehr Geld für eine hochwertige Regenjacke ausgeben (ja, ich meine viel Geld!), das lohnt sich noch Jahre später, wenn man dann fröhlich durch den Regen springt, während um einen rum alles durchnäßt versauert. Bei einer guten Regenjacke kann man sich auch einen Hut schenken, die Kapuze in Kombi mit Cap oder Mütze genügt dann.

    – Bekleidung Mitte:
    Als zweite Schicht tendiere ich zu einer Mischung aus Fleecejacke und Softshell-Weste. In Kombination mit einer guten Regenjacke (s.o.) ist eine Softshelljacke auch nicht mehr nötig. Ist die Regenjacke aber mehr als Notfall-Bekleidungsstück dabei, würde ich zusätzlich eine Softshelljacke verwenden. Also Fleecejacke + Softshell + Regenbekleidung (und für Frostbeulen + Weste ;)). Und für die Beine Wanderhosen. Besser sind zwei leichtere, dünnere, die schnelltrocknend sind. Da kann man auch mal einen Regenschauer ohne den panischen Wechsel auf Regenbekleidung durchwandern.

    – Bekleidung Unten:
    Hier schon aus Gewichtsgründen das Ganze simpel gestalten: 2 Funktionsshirts aus Merino-Wolle (stinkt nicht so schnell wie normale Funktionswäsche) – ich bevorzuge ein langärmliges und ein kurzärmliges. Das kann man dann in Kombination mit der Mittel-Bekleidung entsprechend dem Wetter anpassen (Zwiebelprinzip!). Für die Füße 2 Paar Merino-Wandersocken. Die gibt es in entsprechenden Stärken und Dicken für den jeweiligen Geschmack. Spezielle Funktionsunterwäche habe ich für Langstreckenwanderungen bisher nicht als nötig empfunden, die sind eher was für alpine Wochenenden. Nur würde ich auf Omas Baumwollunterhosen verzichten, das wird naß, schwer und unangenehm.

    Mehr fällt mir jetzt nicht ein, ich wünsche Euch ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Kleidung. Und immer dran denken: Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung!

  2. Julian sagt:

    Vielen Dank für deine Tipps!

    Was bevorzugst du bei Regenkleidung? Laminat oder z.B. Gore?

  3. Alex sagt:

    Öh – der Wetterschutz mit Gore-Membran (o.ä. Membranen) ist doch immer Laminat? Die Alternative sind, soweit mir bekannt ist, PU-Beschichtungen.

    Aber das mal beiseite gelassen, bevorzuge ich für die Jacke eine mit Membran, bei den Beinen ist es mir egal. Und so habe ich eine Jacke mit Gore-Tex-Membran und eine Hose mit PU-Beschichtung….

  4. Julian sagt:

    Ich bin ja auch doof, ich meinte Beschichtung.

    Laminat ist in der Regel schwerer aber robuster. Beschichtung federleicht und nicht so robust.

    Ich habe eine beschichtete Jacke. Bin bisher höchst zufrieden, mir aber nicht so sicher ob sie sich auch bei längeren Touren über einen scheuernden Rucksack Riemen freut…

  5. Alex sagt:

    Ja, das könnte in der Tat ein Problem geben. Die PU-Beschichtung geht dann doch schneller ab, wenn dran rum gerieben wird. Und da qualifiziert sich ein Rucksack durchaus als ‚reibend‘.

    Aber das ist immer einen Versuch wert – kommt halt auf die Qualität der Jacke an 😉 (ich weiß, wahnsinnig hilfreich)

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